Keuchhusten-Impfung

Die Keuchhusten-Impfung, oder auch Pertussis-Impfung, richtet sich gegen Bakterien der Art Bordetella pertussis, den Erregern von Keuchhusten.

Nach Angaben des Bundesverbandes der Pneumologen ist Keuchhusten schon lange keine reine Kinderkrankheit mehr, zunehmend erkranken auch immer mehr Erwachsene. Bei ihnen äußert sich die Krankheit allerdings anders als bei Kindern und wird deshalb nicht oder erst spät erkannt. Das typische Keuchhusten-Symptom, der bellende Husten fehlt bei Erwachsenen oftmals.  Einziger Hinweis ist oft ein hartnäckiger, quälender Husten unbekannter Ursache, der über mehrere Wochen anhält. Keuchhusten verläuft im Erwachsenenalter häufig schwerer als im Kindesalter.

Keuchhusten-Impfung bei Kindern

Die Impfung gegen Keuchhusten erfolgt als Grundimmunisierung mit einem Kombinationsimpfstoff normalerweise im Kindesalter und besteht aus vier Teilimpfungen im Alter von zwei, drei und vier Monaten und nochmals zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat. Im Alter von fünf bis sechs Jahren und im Alter von neun bis 17 Jahren sollte die Pertussis-Impfung aufgefrischt werden.

Da Babys erst ab dem zweiten Monat geimpft werden können und der Impfschutz in den ersten vier bis fünf Monaten nicht sicher erreicht werden kann, sind Säuglinge besonders auf die passive Schutzwirkung von Impfungen angewiesen. Es ist also besonders wichtig, dass alle Personen in einer Familie, die mit dem Baby Kontakt haben, wie Eltern, Geschwisterkinder oder Großeltern, gegen Keuchhusten geimpft sind. 

Keuchhusten-Impfung bei Erwachsenen

Der Impfschutz gegen Keuchhusten hält nach einer Erkrankung circa 7 bis 20 Jahre und nach einer Pertussis-Impfung etwa 3,5 bis 12 Jahre an. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch Institut empfiehlt daher, sich als Erwachsener erneut gegen Pertussis impfen zu lassen, zum Beispiel zusammen mit einer Auffrischungsimpfung gegen Diphtherie und Tetanus.

Frauen mit Kinderwunsch und allen möglichen Kontaktpersonen empfiehlt die STIKO zum Schutz des Neugeborenen eine Auffrischimpfung gegen Keuchhusten alle zehn Jahre. Gleiches gilt für Beschäftigte in Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen, wie Ärzte/Ärztinnen, Pfleger und Pflegerinnen oder auch für Personal in Kindergärten oder Altenheimen.

Pertussis Impfstoff

Einen Einzel-Impfstoff gegen Keuchhusten gibt es nicht mehr. Alle Pertussis-Impfungen erfolgen mit einem Kombinationsimpfstoff als Injektion (Spritze). In Deutschland sind verschiedene Präparate für die Keuchhusten-Impfung erhältlich, die gleichzeitig Bestandteile gegen Tetanus, Diphtherie und/oder Pertussis (Keuchhusten) und/oder Polio (Kinderlähmung) enthalten. Der Arzt oder die Ärztin entscheidet, welcher Keuchhusten-Impfstoff im jeweiligen Fall sinnvoll ist und zum Einsatz kommt.

Alle Impfstoffe gegen Keuchhusten sind Totimpfstoffe und gut verträglich. Da sich das Immunsystem nach der Impfung mit dem Impfstoff auseinandersetzt, kann zu sogenannten allgemeinen Impfreaktionen kommen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle
  • leichtes Fieber
  • Müdigkeit 
  • Muskelschmerzen

In der Regel verschwinden die Impfreaktionen nach ein bis drei Tagen wieder.

Nebenwirkungen der Keuchhusten-Impfung sind sehr selten. Allergische Reaktionen gegen Begleitsubstanzen im Impfstoff sind möglich.

Mehr zu möglichen Impfnebenwirkungen erfahren sie im Kapitel „Impfen: Grundlagen“.

Mehr zu allergischen Reaktionen im Allgemeinen erfahren Sie auch beim Allergieinformationsdienst.

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Informationen zum Inhalt

Quellen:

Wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Susanne Herold, Universitätsklinikum Gießen und Marburg

Letzte Aktualisierung:

30.10.2018

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