Lebenslange Immunsuppression unabdingbar

Die Aufgabe des Immunsystems besteht darin, alles was als körperfremd erkannt wird, zu attackieren und zu zerstören. Ein überlebenswichtiger Mechanismus zur Bekämpfung von Eindringlingen wie Viren und Bakterien, der aber bei Transplantationen für Schwierigkeiten sorgt. Denn auch das fremde Organ wird von der körpereigenen Abwehr angegriffen und zerstört. Um eine solche Abstoßungsreaktion zu verhindern, muss das Immunsystem mit Medikamenten – so genannten Immunsuppressiva – herunter reguliert werden.

Zur immunsuppressiven Behandlung bei Lungentransplantationen ist eine zweiteilige Strategie möglich: Bereits während des Eingriffs und in den folgenden Tagen im Krankenhaus können Patienten die sogenannte Induktionstherapie erhalten. Dabei handelt es sich um starke, intravenös verabreichte Medikamente, die das Immunsystem sehr rasch und effektiv drosseln. Die Induktionstherapie kann in der ersten, kritischen Zeit nach der Transplantation eine akute Abstoßung des neuen Organs verhindern. Die Wirkung hält nach dem Absetzen der Medikamente noch für eine Weile an. Sie wird allerdings nicht in allen Zentren angewendet.

IN KÜRZE:

Nach einer Lungentransplantation müssen die Patienten dauerhaft Immunsuppressiva nehmen. Diese Medikamente dämpfen die körpereigene Abwehr und verhindern so, dass das fremde Organ abgestoßen wird.

Der zweite Teil der immunsuppressiven Behandlung ist die langfristige Immunsuppression. Bei Lungentransplantierten besteht diese meist aus einer Kombination von drei Medikamenten, die an unterschiedlichen Stellen in die körpereigene Abwehr eingreifen. Diese in Tablettenform zur Verfügung stehenden Substanzen müssen die Patienten ihr Leben lang einnehmen.

Die immunsuppressive Therapie ist immer eine Gratwanderung. Einerseits muss das Immunsystem so weit gedämpft werden, dass es nicht zu einer Abstoßungsreaktion kommt. Andererseits geht es darum, die Nebenwirkungen und die damit verbundenen Risiken für die Gesundheit der Patienten möglichst gering zu halten. An erster Stelle zu nennen ist dabei die erhöhte Anfälligkeit für Infektionen, die eine medikamentöse Dämpfung der körpereigenen Abwehr zwangsläufig mit sich bringt.

Schließen
Informationen zum Inhalt

Quellen:

Wissenschaftliche Beratung: Prof Dr. med. Jens Gottlieb, Medizinische Hochschule Hannover

Letzte Aktualisierung:

03.04.2018

zum Seitenanfang
Druckversion

Wir verwenden Cookies um Ihnen den Besuch der Webseite so angenehm wie möglich zu machen. Wir benötigen Cookies um die Dienste ständig zu verbessern, bestimmte Features zu ermöglichen und wenn wir Dienste bzw. Inhalte Dritter einbetten, wie beispielsweise den Videoplayer. Durch die Nutzung unserer Webseite stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Wir verwenden unterschiedliche Arten von Cookies. Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Cookie-Einstellungen zu personalisieren:

Einstellung anzeigen.
In unserer Datenschutzerklärung finden Sie weitere Informationen.

Dort können Sie Ihre Cookie-Einstellungen jederzeit ändern.