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Exazerbationen - akute Krisen bei Lungenerkrankungen

Prof. Jürgen Behr (LMU-Klinikum München, CPC-M/DZL) erklärt im Video, was akute Krisen auslöst, wie sie vermieden und behandelt werden können.

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Transkript: Exazerbationen – Akute Krisen bei Lungenerkrankungen

Für akute Exazerbationen oder akute Krisen wie man auch sagen kann, sind Infektionen die häufigste Ursache. Das können bakterielle Infektionen sein oder auch virale Infektionen. Auf jeden Fall aber Infektionen der Atemwege. Neben den Infektionen sind auch andere Umwelteinflüsse mögliche Auslöser für Exazerbationen. Klar, beim allergischen Asthma der Pollenflug zum Beispiel ist ein erhebliches Problem, aber auch Umweltschadstoffe wie Ozon oder auch Smog kann natürlich zu einer vermehrten Häufigkeit von Exazerbationen von Lungenerkrankungen beitragen. Für die Folgen einer Exazerbation ist es ganz entscheidend, welche Grunderkrankung vorliegt - ob es ein Asthma, eine COPD oder eine Lungenfibrose ist. So können sich Asthmatiker und COPD-Patienten von einer Exazerbation in der Regel sehr gut wieder vollständig erholen, während bei der Lungenfibrose oft ein bleibender Schaden übrig bleibt und ein erheblicher Teil der Patient sogar an dieser Exazerbation verstirbt. Wenn eine solche Krise eintritt, und das ist immer dann der Fall, wenn die Verschlechterung die normale Tagesschwankung überschreitet, also man muss sich im Klaren sein, natürlich kann mal ein schlechter Tag dazwischen sein. Das kann jedem passieren. Aber wenn diese Schwankung stärker ist als man das gewohnt ist, dann muss man aufmerksam werden. Dann kann man zunächst mal die Medikamente steigern, unter Umständen, vor allem bei COPD oder auch bei Asthma. Aber wenn das nicht ausreicht, dann sollte man rechtzeitig wirklich den Arzt aufsuchen. Man braucht unter Umständen Medikamente zusätzlich. Das können Cortison-Tabletten sein, das können aber auch Antibiotika sein. Um Exazerbationen zu vermeiden, gibt es viele Ansätze. Zum einen natürlich sollte man die Medikamente, die man verordnet bekommt, regelmäßig einnehmen. Das stimmt vor allem für die COPD, bei der man weiß, dass diese Therapie dann auch tatsächlich zu einer Verminderung der Häufigkeit von Operationen führt. Aber man sollte auch mit dem Hausarzt besprechen, dass man eine Grippeschutzimpfung rechtzeitig im Jahr macht, auch eine Pneumokokkenimpfung ist in der Regel anzuraten in der Situation. Das sind alles vorbeugende Maßnahmen. Und ganz am Anfang steht natürlich auch, wenn das ein Problem ist, das Rauchen einzustellen. Im Bereich der Forschung gibt es im Prinzip drei wesentliche Aspekte: Das eine ist zu untersuchen, welche Patienten sind besonders gefährdet eine solche Krise zu erleben. Es gibt Patienten, die es sehr häufig haben, und andere, die es sehr selten haben. Da wird also untersucht, ob irgendwelche genetischen oder andere Prädispositionen das auslösen. Das Zweite ist die Vorbeugung. Da haben wir schon gesprochen über Impfungen und über Verhaltensmaßnahmen. Natürlich auch nicht rauchen, sich bei entsprechenden Wetterlagen vielleicht nicht ins Freie begeben, wenn es Smoggefahr ist und so weiter. Und das Dritte ist natürlich die Therapie. Das kann einerseits eine Therapie sein, die dazu führt, dass die Exazerbation oder die Krise vermieden wird, und es kann eben die Therapie sein, direkt in der Krise, wie kann ich den Patienten am besten behandeln.

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