Lungenentzündung: Verbreitung

In Deutschland erkranken jährlich 350.000 bis 500.000 Menschen an einer ambulanten - außerhalb eines Krankenhauses erworbenen - Pneumonie. Lungenentzündungen treten vor allem im Herbst und Winter auf und treffen oft ältere Menschen mit chronischen Erkrankungen.

Besonders gefährlich ist eine Lungenentzündung, wenn sie im Krankenhaus ein Patient erwirbt, der bereits durch Vorerkrankungen geschwächt ist: Neben Pneumokokken befallen dort vielfach andere Erreger, wie Pseudomonas, Staphylokokken oder Pilze, die Lunge.

In Westeuropa ist die Lungenentzündung unter allen Infektionskrankheiten die häufigste Todesursache. Weltweit sterben Schätzungen zufolge jährlich etwa drei bis vier Millionen Menschen daran.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehören Infektionen mit S. pneumoniae weltweit zu den wichtigsten Todesursachen. So geht die Weltgesundheitsorganisation davon aus, dass rund um den Globus jährlich mindestens eine Million Kinder unter fünf Jahren an einer Pneumokokken-Pneumonie sterben. Allerdings beruhen diese Zahlen auf Schätzungen. Ein Grund ist, dass es aus den Entwicklungsländern kaum zuverlässige epidemiologische Daten gibt. Dort sind Pneumokokken-Infektionen besonders häufig und nehmen auf Grund der mangelhaften medizinischen Versorgung oft einen schweren Verlauf. Außerdem werden längst nicht alle Pneumokokken-Erkrankungen als solche identifiziert und erfasst. Denn dies erfordert einen Erregernachweis, der vor allem bei leichten Verläufen, die keinen Krankenhausaufenthalt erfordern, selten durchgeführt wird und auch nicht durchgeführt werden muss. Allein anhand der Symptome lassen sich Infektionen mit S. pneumoniae nur schwer von anderen Krankheiten unterscheiden.

 

 

IN KÜRZE:

Fest steht trotz aller statistischen Lücken: Pneumokokken-Erkrankungen sind in den westlichen Industrienationen alles andere als selten. So ist S. pneumoniae die Hauptursache für ambulant erworbene Lungenentzündungen.

Übertragen werden Pneumokokken in der Regel via Tröpfcheninfektion, das heißt durch das Einatmen erregerhaltiger Tröpfchen, die von Trägern der Bakterien freigesetzt werden - beim Sprechen, Lachen und insbesondere beim Niesen und Husten. Die Bakterien siedeln sich dann in der Schleimhaut des Nasen-Rachen-Raums an. Doch das bedeutet nicht, dass man zwangsläufig ein Krankheitsbild entwickelt. Tatsächlich sind viele Menschen Träger des Keims, bleiben dabei aber kerngesund, weil ihr Immunsystem den Erreger entweder vernichtet oder erfolgreich in Schach hält. So lässt sich S. pneumoniae in der Schleimhaut von 20-40 Prozent aller gesunden Kinder nachweisen. In manchen Populationen wie etwa dem Personal von Krankenhäusern liegt die Rate der gesunden Keimträger noch deutlich höher. Zur Gefahr werden Pneumokokken meist erst, wenn die körpereigene Abwehr noch nicht oder nicht mehr voll funktionsfähig ist. Denn dann kann sich der Erreger in andere Organe ausbreiten und dort eine Infektion bedingen.

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Quellen:

Hamburger Krankenhausspiegel: Medizinische Informationen zu Lungenentzündung. (Letzter Abruf: 15.01.2015)

Letzte Aktualisierung:

19.04.2011

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