Was ist ein Lungenemphysem?

Das Lungenemphysem ist eine chronisch fortschreitende Lungenerkrankung, bei der die Lungenbläschen am äußersten Ende der Bronchiolen irreversibel, das heißt unumkehrbar erweitert und zerstört werden. Aus den kleinen Lungenbläschen (Alveolen) werden große Blasen, in denen sich die Atemluft staut. Betroffene leiden dadurch unter Atemnot, obwohl die Lunge randvoll mit Luft gefüllt ist. Man spricht daher auch von Lungenüberblähung oder Blählunge.

Der Begriff Emphysem ist aus dem Griechischen "en physao" abgeleitet und steht für "Blase".

Kurz erklärt:

Beim Lungenemphysem ist der Atemfluss insbesondere beim Ausatmen dauerhaft behindert. Die Luft ist in der Lunge "gefangen". Das führt zu Atemnot.

Lungenemphysem-Symptome

Charakteristisches Symptom bei einem Lungenemphysem ist die Atemnot, besonders unter Belastung. Durch die zerstörten Lungenbläschen und da die Atemluft nicht oder nur noch schwer aus den Emphysemblasen entweichen kann, wird der Gasaustausch in der Lunge erheblich gestört. Dies hat zur Folge, dass die Sauerstoffsättigung des Blutes abnimmt und der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. In einigen Fällen kann dies auch zu Organschäden führen.

Häufig tritt parallel zum Lungenemphysem auch eine chronisch obstruktive Bronchitis auf. Unter dem Begriff COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) werden beide Krankheitsbilder zusammengefasst.

Weitere Lungenemphysem-Symptome sind:

  • Kurzatmigkeit (v.a. unter Belastung)
  • Antriebslosigkeit, Schlappheit und Müdigkeitsgefühl
  • Bläulich verfärbe Lippen und Finger (ausgelöst durch den Sauerstoffmangel im Blut)

Formen des Lungenemphysems

Je nach Ursache bzw. Auslöser unterscheidet man verschiedene Formen des Lungenemphysems:

     

  • Das Lungenemphysem im Rahmen einer COPD. Diese Form tritt am häufigsten auf.
  •  

  • Das Lungenemphysem als Folge eines angeborenen Alpha-1-Antitrypsinmangels: Je nachdem, ob die fehlerhafte Erbinformation von beiden oder nur einem Elternteil vererbt wurde, kann das Emphysem ungünstig oder aber auch sehr mild verlaufen. Risikofaktoren wie Rauchen erhöhen das Lungenemphysem-Risiko und wirken verschlimmernd.
  •  

  • Narbenemphysem: Diese seltene Form entsteht durch chronische Entzündungen, die in der Regel auf beruflich bedingtem, langjährigem Einatmen quarzhaltiger Stäube beruhen.

Wie entsteht ein Lungenemphysem?

Die Krankheitsmechanismen, die zur Entstehung eines Emphysems beitragen, können sich je nach Lungenemphysem-Form unterscheiden.

Was die Effekte von Rauchen - aktiv und passiv - sowie von Feinstäuben anbelangt, ist folgendes Erklärungsmodell wissenschaftlich anerkannt:

Eingeatmete Schadstoffe wie Inhaltsstoffe des Zigarettenrauchs und Feinstaub fördern eine Entzündungsreaktion in den Atemwegen. Die Stoffe aktivieren bestimmte Zellen des Immunsystems, welche daraufhin proteinabbauende Enzyme, sogenannte Proteasen, freisetzen. Gleichzeitig werden schützende Eiweiße (Proteaseinhibitoren, wie zum Beispiel Alpha-1-Antitrypsin) "lahmgelegt". Damit kippt das Gleichgewicht zugunsten der Proteasen, die dann das Gewebe der Lungenbläschen angreifen, abbauen und somit schädigen.

Lungenemphysem-Enstehung als Grafik. Bei einem Lungenemphysem werden die Wände der Lungenbläschen (Alveolen) nach und nach zerstört. Es entstehen große „Blasen“, die Lunge überbläht.
Bei einem Lungenemphysem werden die Wände der Lungenbläschen (Alveolen) nach und nach zerstört. Es entstehen große „Blasen“, die Lunge überbläht. ©Lungeninformationsdienst/Helmholtz Zentrum München.

Was passiert bei Alpha-1-Antitrypsin-Mangel?

Bei etwa zwei Prozent der Lungenemphysem-Patienten ist die Ursache eine andere: Dem Lungenemphysem liegt ein Gendefekt zugrunde, durch den das Bluteiweiß Alpha-1-Antitrypsin (AAT) nicht mehr in ausreichender Menge hergestellt wird.

Im Normalfall inaktiviert AAT in der Lunge bestimmte Enzyme, die Eiweißstoffe spalten und abbauen (Proteasen). Im Fall eines Alpha-1-Antitrypsin-Mangels sind diese Eiweißspaltenden Enzyme übermäßig aktiv, wodurch das elastische Bindegewebe der Lungenbläschentrennwände zerstört wird. Tabakrauchen kann die Prozesse noch verschlimmern, da es Restmengen an Alpha-1-Antitrypsin zusätzlich inaktiviert. 

Weitere Informationen zum Krankheitsbild finden Sie im Kapitel „Alpha-1-Antitrypsin-Mangel.

Unsere wissenschaftliche Beratung für diesen Text:

PD Dr. med. Henrik Watz, LungenClinic Grosshansdorf

Quellen:

Letzte Aktualisierung: 22.10.2019

zum Seitenanfang
Druckversion

Wir verwenden Cookies um Ihnen den Besuch der Webseite so angenehm wie möglich zu machen. Wir benötigen Cookies um die Dienste ständig zu verbessern, bestimmte Features zu ermöglichen und wenn wir Dienste bzw. Inhalte Dritter einbetten, wie beispielsweise den Videoplayer. Durch die Nutzung unserer Webseite stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Wir verwenden unterschiedliche Arten von Cookies. Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Cookie-Einstellungen zu personalisieren:

Einstellung anzeigen.
In unserer Datenschutzerklärung finden Sie weitere Informationen.

Dort können Sie Ihre Cookie-Einstellungen jederzeit ändern.