Allegien: Verbreitung

Wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Häufigkeit von allergischen Erkrankungen in Deutschland zwischen den 1960-iger Jahren und der Jahrtausendwende stark zugenommen hat. Daten der Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring des Robert Koch-Instituts aus dem Jahr 2013 zeigen allerdings einen Rückgang in den letzten Jahren.

In der ersten Welle der „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS1) wurden aktuelle und bundesweit repräsentative Daten zum allergischen Krankheitsgeschehen von 7988 18- bis 79-Jährigen mittels computergestützter, ärztlicher Interviews erhoben. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit dafür einmal im Leben eine Allergie zu entwickeln für Asthma bronchiale bei 8,6%,für Heuschnupfen bei 14,8%, für Neurodermitis und Urtikaria bei jeweils 3,5%, für Kontaktekzeme bei 8,1%, für Nahrungsmittelallergien bei 4,7% und für Insektengiftallergien bei 2,8%. Insgesamt ist bei einem knappen Drittel der Erwachsenen mindestens eine der genannten Allergien jemals ärztlich diagnostiziert worden.

Aktuell leiden fast 20% an mindestens einer Allergie. Frauen sind generell häufiger betroffen als Männer und Jüngere häufiger als Ältere. Außerdem sind Allergien in den alten Bundesländern verbreiteter als in den neuen. Ein hoher sozioökonomischer Status und das Leben in Großstädten erhöhen ebenfalls die Krankheitshäufigkeit. Insgesamt ist die Allergiehäufigkeit in den vergangenen zehn Jahren rückläufig (von 32,7% auf 28,7%).

Ähnliche Verteilung auch bei Kindern

Blütenpollen als Heuschnupfenauslöser
Blütenpollen sind oft der Grund für Heuschnupfen, Quelle: Fotolia

 

Ähnliche Ergebnisse ergab die Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KIGGS-Studie) des Robert Koch Instituts in Deutschland: In der 2014 veröffentlichten Folgebefragung (Welle 1) der 2003-2006 durchgeführten Studie zeichneten sich folgende Ergebnisse ab:

Allergien zählen zu den häufigsten Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. 9,1 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland leiden aktuell an einem Heuschnupfen, 6 Prozent sind von Neurodermitis betroffen, 10-12 Prozent haben Asthma bronchiale und 2,2 Prozent ein allergisches Kontaktekzem (12-Monats-Prävalenzen). Seit der KiGGS-Basiserhebung ist die Häufigkeit von Asthma bronchiale und Heuschnupfen leicht gestiegen, besonders bei Kindern bis sechs Jahre und hier vor allem bei Mädchen. Für Neurodermitis ist dagegen ein leicht rückläufiger Trend zu beobachten. 

 

 

Nicht alle Nahrungsmittelallergien sind echte Allergien

Die Häufigkeit von Nahrungsmittelallergien und anderen durch Nahrungsmittel hervorgerufenen Unverträglichkeitsreaktionen liegt Studien zufolge bei 3 bis 35 Prozent, wobei nur bei wenigen dieser Personen tatsächlich eine Sensibilisierung vorliegt.

So gaben in einer Befragung der Universitätsmedizin Charité in Berlin 35 Prozent der Teilnehmer Symptome nach dem Verzehr von Lebensmitteln an. Tatsächlich ließen sich aber nur bei 3,7 Prozent der Personen Unverträglichkeitsreaktionen nachweisen, und lediglich 2,5 Prozent dieser Reaktionen konnten (anhand von spezifischen IgE Antikörpern) als echte Nahrungsmittelallergie eingestuft werden. Dennoch können manche Allergene schwere Reaktionen bis hin zu lebensgefährlichen Anaphylaxien auslösen. Die wichtigsten Allergene im Kindesalter sind Kuhmilch, Hühnereiweiß und Nüsse.

Etwa 7 Prozent der Allgemeinbevölkerung leiden an allergischen Kontaktekzemen, d. h. einer zellvermittelten immunologischen Reaktion vom Typ IV. Die Sensibilisierungshäufigkeiten gegenüber den häufigen Kontaktallergenen Nickel sowie Duftstoffen sind noch deutlich höher.

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Quellen:

Letzte Aktualisierung:

03.05.2016

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