Bodyplethysmographie

Bei der Bodyplethysmographie können verschiedene Parameter gemessen werden. © Bernd Müller

Die Bodyplethysmographie oder Ganzkörperplethysmographie wird in der Arztpraxis oft auch "große Lungenfunktion" genannt. Zusätzlich zu den Messwerten der kleinen Lungenfunktion (Spirometrie) können während dieser Untersuchung weitere Parameter bestimmt werden.

Die Bodyplethysmographie ist im Gegensatz zur Spirometrie weniger von der Mitarbeit der Patienten abhängig und auch für Schwerkranke geeignet, denen das forcierte Ausatmen bei der kleinen Lungenfunktionsprüfung Mühe bereitet.

Lesen Sie hier mehr zu den Lungenfunktionstest-Werten.

Wie verläuft eine Bodyplethysmographie?

Bei einer Bodyplethysmographie sitzt man als Patientin oder Patient in einer geschlossenen gläsernen Kammer, deren Volumen bekannt ist und führt durch Ein- und Ausatmen über einen Schlauch verschiedene spirometrische Tests durch.

Durch die Atembewegungen ändert sich der Druck in der Kammer, ein Sensor misst diese Veränderungen. Die gemessenen Werte entsprechen der entgegengesetzten Druckveränderung im Brustkorb beziehungsweise in den Lungenbläschen. Gleichzeitig wird der Atemstrom gemessen und aufgezeichnet.

Die in der Body-Plethysmographie gemessenen Werte werden als Druck-Volumen-Diagramm, der sogenannten Atemschleife, graphisch dargestellt. Bei unterschiedlichen Lungenerkrankungen weist die Atemschleife jeweils eine charakteristische Form auf.

Bodyplethysmographie: Ein sensitives Messverfahren

Im Vergleich zur Spirometrie ist die Bodyplethysmographie das sensitivere Messverfahren. Beide Methoden werden häufig kombiniert. Bei der Bodyplethysmographie können noch mehr Werte als bei der Spirometrie bestimmt werden, zum Beispiel der Atemwegswiderstand (Raw) und das komplette Lungenvolumen, das nach maximalem Ausatmen in der Lunge verbleibt (Residualvolumen RV). Damit bietet die Body-Plethysmographie beispielsweise die Möglichkeit, bei einem Lungenemphysem eine behandlungsbedürftige Überblähung der Lunge zu erkennen, die sich spirometrisch nicht nachweisen lässt.

Anhand der Ergebnisse lässt sich auch gut zwischen obstruktiven und restriktiven Atemwegserkrankungen unterscheiden und ihr Schweregrad bestimmen. Zudem liefert die Bodyplethysmographie auch in der Verlaufsbeobachtung einer Erkrankung detailliertere und verlässlichere Werte als die Spirometrie.

Für die Patientinnen und Patienten ist die große Lungenfunktionsuntersuchung nur ein wenig zeitaufwändiger. Kleine Kinder oder Patientinnen und Patienten, die zur Klaustrophobie neigen, müssen sich zudem daran gewöhnen, einige Minuten in einer geschlossenen „gläsernen Kammer“ zu sitzen.

Wissenschaftliche Beratung:

Quellen:

  • Cirée, C.-P. et al.: Leitlinie 020-017 Spirometrie. S2k-Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga, der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin und der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin zur Spirometrie Gültig bis: 06.05.2020 derzeit in Überarbeitung 

Letzte Aktualisierung: 24.02.2021

zum Seitenanfang
Druckversion