Asthma-COPD-Overlap (ACO)

Schwerpunkt ACOS - Asthma-COPD-Overlap-Syndrom

Ist es Asthma oder COPD? – Dies zu entscheiden kann selbst für behandelnde Ärzte schwierig sein. Das liegt zum einen daran, dass sich die Symptome von Asthma und COPD und auch der Krankheitsverlauf beider Lungenerkrankungen ähneln. Zum anderen zeigen einige Betroffene sowohl Asthma- als auch COPD-Symptome. Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang auch vom sogenannten Asthma-COPD-Overlap, kurz ACO.

ACO beschreibt kein einzelnes, eindeutiges Krankheitsbild. Vielmehr ist von verschiedenen molekularen Mechanismen die Rede, die bis heute noch nicht vollständig verstanden und aufgeklärt sind.

Gut zu wissen

Hier finden Sie die Unterschiede zwischen Asthma und COPD.

Um die Diagnose und Behandlung von ACO zu verbessern, und auch um die Unterschiede zwischen Asthma und COPD nochmals herauszustellen, haben die beiden internationalen Organisationen GINA (Global Initiative for Asthma) und GOLD (Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease) 2014 eine gemeinsame Empfehlung zum Asthma-COPD-Overlap veröffentlicht.

Was ist Asthma-COPD-Overlap (ACO)?

Eine eindeutige Definition von ACO gibt es bis heute nicht. GINA und GOLD beschreiben das Asthma-COPD-Overlap in ihrer Empfehlung als eine Lungenerkrankung, die durch eine andauernde Verengung der Atemwege (Atemwegsobstruktion) gekennzeichnet ist. Bei Menschen mit ACO zeigen sich sowohl Merkmale einer COPD als auch Symptome von Asthma bronchiale. Man nimmt an, dass etwa 15 bis 29 Prozent aller Menschen mit Asthma und COPD vom Asthma-COPD-Overlap betroffen sind.

Wie kann man ACO erkennen?

Im GINA/GOLD-Positionspapier sind einige Faktoren und Symptome aufgelistet, die für einen Asthma-COPD-Overlap sprechen und die Diagnose von ACOS erleichtern sollen:

  • Meist sind die Betroffenen älter als 40 Jahre, da COPD auch zumeist erst ab diesem Alter entsteht.
  • Bei einigen Menschen mit ACO können aber auch bereits seit der Kindheit oder dem frühen Erwachsenenalter Symptome aufgetreten sein.
  • Oft wurden Asthma oder Allergien diagnostiziert, oder die Betroffenen haben ein familiäres Risiko für diese Erkrankungen.
  • Oft besteht eine zusätzliche Belastung der Lunge durch Rauchen oder andere Schadstoffe, zum Beispiel am Arbeitsplatz.
  • Es zeigen sich anhaltende Symptome, wie zum Beispiel Atemnot unter Belastung, die aber in ihrer Stärke schwanken können.
  • Die Verengung der Atemwege kann durch Medikamente zwar verbessert, aber nicht vollständig rückgängig gemacht werden.
  • Die Krankheit schreitet meist voran, und die Betroffenen brauchen entsprechend mehr Medikamente.
  • Menschen mit ACO haben öfter Exazerbationen als Menschen mit COPD oder Asthma und generell ein höheres Risiko für diese akuten Verschlechterungen.
  • Nachweis einer Entzündung der Atemwege durch bestimmte weiße Blutkörperchen, die eosinophilen und/oder neutrophilen Granulozyten im Auswurf (Sputum).

Wie kann man ACO behandeln?

Wie für alle Betroffenen mit einer chronischen Verengung der Atemwege werden auch für Menschen mit ACO zunächst verschiedene nicht-medikamentöse Strategien empfohlen, die das Voranschreiten der Erkrankung verlangsamen:

Als medikamentöse Behandlung des Asthma-COPD-Overlap empfehlen GINA und GOLD zunächst eine Therapie wie bei Asthma bronchiale mit inhalativen Kortikosteroiden (ICS). Abhängig von der Stärke der Symptome sollen die ICS in niedriger bis mittlerer Dosierung eingesetzt werden. Außerdem empfiehlt das Positionspapier auch langwirksame Beta-2-Sympathomimetika (LABA) und/oder langwirksame Anticholinergika (LAMA) für die Behandlung von ACO einzusetzen.

Informationen zum Inhalt

30.5.2017

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