Eigenblut-Therapie

Der Name ist schon fast selbsterklärend: Bei der Eigenblut-Therapie wird dem Patienten Blut aus einer Vene entnommen und anschließend wieder zurück gespritzt. Meistens erfolgt das in einen Muskel oder unter die Haut. Es gibt verschiedene Varianten, bei denen das Blut - zwischen einem halben und zehn Milliliter - vor dem Zurückspritzen aufbereitet wird. Das kann durch die Zugabe von Homöopathika, Mistelextrakt, durch UV-Bestrahlung oder Versetzen mit Sauerstoff oder Ozon erfolgen. Abhängig vom Therapieschema wird, innerhalb weniger Wochen, die Eigenblutgabe bis zu zwanzig Mal wiederholt.

Die Idee stammt aus dem beginnenden  20. Jahrhundert: Das Blut soll die körpereigenen Abwehrfunktionen verstärken und dem Patienten helfen, eine Krankheit gezielt zu bekämpfen. Allerdings gibt es keine Beweise dafür, dass eine Eigenblutbehandlung über eine unspezifische Reizung hinaus irgendeine Wirkung im Körper auslöst. Dabei ist der Therapieansatz nicht ungefährlich: Es kann beispielsweise zu Fieber, Ausschlag, Infektionen der Einstichstelle bis hin zu einem lebensbedrohlichen allergischen Schock kommen – vor allem bei Injektion mit zusätzlichen Substanzen versetztem Eigenblut.

Insbesondere bei allergischen Erkrankungen empfehlen Befürworter die Eigenblut-Therapie öfters zur „Aktivierung des Immunsystems“, manchmal auch zur Nachsorge bei Krebserkrankungen. Es liegen keine Studien vor, die die Wirksamkeit dieser Behandlung bei Lungenerkrankungen beweisen. Die für allergische Erkrankungen zuständigen medizinischen Fachgesellschaften lehnen die Eigenblut-Therapie ab.

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Informationen zum Inhalt

Quellen:

  • Evidence.de: Asthma Diagnose und Therapie – evidenzbasierte Leitlinie. Version 1/2004; Asthma Patientenleitlinie, aktuelle Version 05/2006



Letzte Aktualisierung:

21.03.2012

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