Akupunktur

Die Akupunktur stammt ursprünglich aus der traditionellen chinesischen Medizin. Der Akupunkteur sticht mit 0,4 bis zwei Millimeter dicken Nadeln in genau definierte Punkte am Körper. Die Nadeln dringen für gewöhnlich einige Millimeter, manchmal mehrere Zentimeter, tief in die Unterhaut oder einen Muskel ein. Nach 10 bis 30 Minuten werden sie wieder entfernt. Als Variante kommt bei Asthma und Allergien auch häufig die sogenannte Laser-Akupunktur zum Einsatz. Die Nadeln sind durch einen Softlaserstrahl ersetzt.

Die traditionelle chinesische Medizin definiert die Akupunkturpunkte als Stellen, an denen die Lebensenergie "Qi" durch den Körper fließt. Mehr als 350 solcher Punkte sind bekannt. Heute vermutet man, dass  Akupunkturpunkte an bestimmten Schmerzpunkten von Muskeln oder bestimmten Nerven- und Gefäßenden liegen. Für manche Punkte ist dies nachgewiesen.

Viele Studien – aber mit methodischen Unzulänglichkeiten

Kaum eine andere alternative Heilmethode ist, insbesondere zur Schmerzbehandlung, hinsichtlich ihrer Wirksamkeit so intensiv erforscht worden wie die Akupunktur. Doch wie bei vielen alternativen Therapien gibt es auch hier methodische Probleme. Etwa in der Vergleichbarkeit von behandelter und Kontrollgruppe: Ob eine "Scheinakupunktur" an falschen Akupunkturpunkten oder mit nicht eindringenden Nadeln für ein gutes Studiendesign geeignet sind, wird immer wieder kontrovers diskutiert. Denn der Akupunkteur weiß hier in jedem Fall, ob er "echt" oder zum Schein akupunktiert. Das entspricht keiner methodisch sauberen Untersuchung nach dem "Doppelblind-Prinzip". Die Alternative, die Kontrollgruppe gar nicht zu behandeln, gilt aber als wenig beweiskräftig. Abgesehen von Verletzungen durch unsachgemäßen Gebrauch der Nadeln und seltenen Ohnmachtsanfällen bei kreislaufschwachen Patienten sind keine gravierenderen Nebenwirkungen bekannt.

GUT ZU WISSEN:

Viele Patienten berichten, dass die Akupunktur bei ihnen eine Linderung der Beschwerden bewirkt – und das bei unterschiedlichsten Erkrankungen. Unklar bleibt allerdings, ob diese Wirkung auf die eigentliche Behandlung oder auf den Placeboeffekt zurückzuführen ist.

Laserakupunktur wird in der ehemaligen Sowjetunion und in Indien häufig als ergänzende Behandlung von Tuberkulose genutzt. Es gibt bislang aber keine beweiskräftigen Untersuchungen, die den Nutzen dieser Behandlung belegen würden. Die Methode sollte bei Tuberkulose-Patienten daher allenfalls im Rahmen einer kontrollierten klinischen Studie angewandt werden.

Zur Akupunkturbehandlung von chronischem Asthma fasste das Deutsche Cochrane Zentrum für evidenzbasierte Medizin 2009 die Ergebnisse von zwölf Studien an insgesamt 350 Patienten zusammen. Die Resultate gingen so weit auseinander, dass keine Empfehlung für die Behandlungsmethode ausgesprochen werden konnte.

Wenige, sehr kleine Studien untersuchten bisher die Wirksamkeit der Nadelbehandlung bei Pollenallergien. Dabei ließ sich kein Unterschied zwischen Akupunktur- und Kontrollgruppe feststellen.

Positiver fielen die Ergebnisse für die  Akupunktur bei Krebsschmerzen und bei Kurzatmigkeit infolge von Krebs- oder schweren Atemwegserkrankungen wie COPD aus: Hier gibt es Hinweise, dass Patienten von Akupunktur profitieren. Weitere und bessere Untersuchungen wären für eine endgültige Beurteilung wünschenswert.

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Quellen:

Letzte Aktualisierung:

21.03.2012

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