Warum ist es so schwer aufzuhören?

Die große Mehrheit der Raucher will mit dem Rauchen aufhören, aber nur weniger als die Hälfte unternimmt innerhalb eines Jahres einen ernsthaften Aufhörversuch. Dabei spielen die körperliche und die psychische Abhängigkeit eine entscheidende Rolle. Das Rauchen ist zur Gewohnheit und zum festen Bestandteil des Tagesablaufs geworden. Raucher empfinden es als sozial positiven Faktor, der Kontakte mit anderen Menschen förder, haben gelernt, sich mit der Zigarette selbst zu belohnen und sie in Stresssituationen zur Entspannung einzusetzen. Der Verzicht auf Tabakkonsum hat starke Einschnitte in ihren Lebensalltag zur Folge, so dass eine weitreichende Verhaltensänderung stattfinden muss, um lNichtraucher zu werden und auch dauerhaft zu bleiben.

Veränderungen im Körper bei Rauchstopp
Veränderungen im Körper bei Rauchstopp. Zur Vergrößerung bitte klicken; Grafik: lungeninformationsdienst.de

Nikotin macht süchtig

Während die psychische Abhängigkeit durch die vielfältigen Funktionen des Rauchens im Leben des Rauchers entsteht, bedingt das in Tabakprodukten enthaltene Nikotin eine körperliche Abhängigkeit. Es gilt als eine der stärksten suchterzeugenden Substanzen überhaupt. Nikotin aktiviert im Gehirn das Belohnungszentrum, wirkt so stimmungsaufhellend und führt dazu, dass Raucher beim Zigarettenkonsum ein angenehmes Wohlgefühl erleben. Zudem steigert es kurzfristig die Aufmerksamkeit und die Konzentrationsfähigkeit und verbessert Gedächtnisleistung. Der Körper gewöhnt sich an das Nikotin und reagiert wenn die Zufuhr ausbleibt mit Entzugserscheinungen wie gedrückter Stimmung, Schlafstörungen, Müdigkeit, Konzentrationsmangel, Reizbarkeit, Nervosität und gesteigertem Appetit. Dabei sind die ersten zwei bis drei Tage des körperlichen Entzugs am schlimmsten. Bereits sieben bis zehn Tage nach der letzten Zigarette sind sie aber schon deutlich abgeklungen. Anschließend erschweren eher die eingespielten Verhaltensmuster und die psychische Abhängigkeit eine dauerhafte Abstinenz.

GUT ZU WISSEN:

Rauchende Patienten mit COPD weisen eine besonders hohe Nikotinabhängigkeit auf. Gleichzeitig ist Tabakkonsum auch einer der wesentlichen Risikofaktoren für COPD.

Die gute Nachricht

Auch wenn das Aufhören vorher unmöglich erschien - hinterher ist die Sicht der Ex-Raucher eine andere. Eine Studie, die bereits in den 1980er Jahren veröffentlicht wurde, besagt, dass über die Hälfte der ehemaligen Raucher im Nachhinein das Aufhören als nicht so schwierig empfand, wie sie erwartet hatten. Konkret in Zahlen: 53 Prozent fanden es "gar nicht schwer"; 27 Prozent "ziemlich schwierig", der Rest empfand es als "schwierig".

Schließen
Informationen zum Inhalt

Quellen:

Letzte Aktualisierung:

11.08.2016

Nach oben

zum Seitenanfang
Druckversion