Lungenfibrose

Studie zur Wirksamkeit von Pirfenidon

19. Jan 2017

Bei leichter bis mittelschwerer idiopathischer pulmonaler Fibrose (IPF) hat sich die Gabe von Pirfenidon bereits etabliert, da es den Rückgang der Lungenfunktion verlangsamt. Die RELIEF-Studie untersucht jetzt an 15 deutschen Studienzentren, ob Pirfenidon auch bei Patienten mit fortschreitenden, nicht-IPF Lungenfibrosen wirkt. Die gemeinsame Federführung für die Studie liegt beim Universitätsklinikum Gießen und Marburg sowie dem Klinikum der Universität München.

Foto: @unpict/ fotolia

Unter dem Begriff Lungenfibrosen wird eine ganze Reihe von verschiedenen Krankheitsbildern zusammengefasst. Bei allen kommt es durch chronische Entzündungen zu einer vermehrten Bildung von Bindegewebe, also einer Vernarbung. Die Lungenfunktion ist durch diese Vernarbung stark beeinträchtigt. Eine der häufigsten Formen ist die idiopathische pulmonale Fibrose (IPF), deren Ursachen bisher nicht bekannt sind. Ist der Krankheitsauslöser jedoch bekannt, spricht man von nicht-IPF Lungenfibrosen.

Zur Behandlung einer leichten bis mittelschweren IPF ist Pirfenidon seit 2011 in der EU zugelassen. Das Mittel wirkt antifibrotisch und entzündungshemmend. Mehrere Studien haben bereits gezeigt, dass sich der Rückgang der Lungenfunktion (FVC) unter einer Pirfenidon-Behandlung verlangsamt und auch das Sterblichkeitsrisiko sinkt. Aufgrund dieser guten Wirksamkeit und gleichzeitig geringer Risiken hat sich die Therapie bei IPF etabliert.

Da sich die Entstehungsprozesse von nicht-IPF und IPF-Lungenfibrosen ähneln, könnte Pirfenidon somit eine neue Therapieoption sein. Bisher ist Immunsuppression die Standardtherapie für die meisten anderen nicht-IPF Lungenfibrosen. Diese ist jedoch oft uneffektiv und mit erheblichen Nebenwirkungen behaftet. Daher ist es besonders wichtig, neue wirksame Therapien für nicht-IPF-Lungenfibrosen zu finden.

Die RELIEF-Studie soll untersuchen, ob Pirfenidon auch bei Patienten mit fortschreitenden nicht-IPF-Lungenfibrosen die Lungenfunktion verbessern kann. Nach dem Zufallsprinzip werden hierfür die Probanden entweder mit Pirfenidon oder mit einem Placebo behandelt. Um die Wirksamkeit von Pirfenidon zu bestimmen, wird die absolute Veränderung der Lungenfunktion (in Prozent des Sollwertes) zwischen Beginn und Abschluss der Behandlung gemessen. In die Studie eingeschlossen werden Erwachsene mit nicht-IPF-Lungenfibrosen, bei denen die Krankheit trotz Therapie oder aufgrund fehlender Behandlungsmöglichkeiten weiter voranschreitet. Sobald 224 Patienten die Behandlung abgeschlossen haben, ist eine Zwischenauswertung geplant.

Die RELIEF-Studie wurde im Rahmen des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) initiiert und gemeinsam mit der Roche Pharma AG finanziert. Betreut wird sie vom Koordinierungszentrum für Klinische Studien der Philipps-Universität Marburg.

Quelle:

Deutsches Register Klinischer Studien: Studiendokument RELIEF


zum Seitenanfang
Druckversion