Coronavirus

Pneumologische Reha bei COVID-19

02. Jul 2020

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. hat eine Empfehlung zur pneumologischen Rehabilitation bei COVID-19 erarbeitet. Darin beschreibt die Fachgesellschaft die gesundheitlichen Folgen der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit und leitet daraus rehabilitative Maßnahmen für die Betroffenen ab.

Patient bei Muskeltraining mit einer Physiotherapeutin.

Die DGP hat Empfehlungen für die pneumologische Reha nch einer Coronavirus-Infektion herausgegeben. © pololia - AdobeStock

Auch wenn man eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus überstanden hat, könne die Lungenfunktion und die körperliche Leistungsfähigkeit der Patientinnen und Patienten beeinträchtigt sein, betont die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP). So würden Computertomographie-Bilder der Lungen von genesenen COVID-19-Patienten nahelegen, dass viele von ihnen nicht wirklich gesund sind, sondern als Folge der Infektion mehr oder weniger starke Lungenschäden aufweisen. Die Experten gehen daher davon aus, dass der Gasaustausch in der Lunge auch nach der akuten Infektionsphase beeinträchtigt sein kann. Dies könne auch Menschen betreffen, die im Krankenhaus nicht beatmet wurden.

Für einige „genesene“ Patienten sei daher eine fachkundige Nachsorge und Rehabilitation durch erfahrene Lungenfachärzte und -ärztinnen ausschlaggebend, so die DGP-Experten. Dies gelte insbesondere auch für Menschen, die bereits vor der COVID-19-Erkrankung an einer chronischen Lungenkrankheit erkrankt waren. Nach Einschätzung der Fachgesellschaft werden gerade diese Menschen eine intensivere Nachsorge benötigen, die je nach vorliegendem Schweregrad eine besondere Expertise von der nachsorgenden Klinik erfordere.

„COVID-19-Rehabilitation wird überwiegend stationär ablaufen“

Erster wichtiger Schritt bei der pneumologischen Rehabilitation sei es, mit Belastungstests zunächst herauszufinden, wie schwer die Lunge geschädigt und die Sauerstoffversorgung des Körpers beeinträchtigt ist. Anschließend werden unterschiedliche Maßnahmen ergriffen. Diese sind abhängig davon, wie schwer die COVID-19-Erkranung verlief und wie lange die Personen gegebenenfalls künstlich beatmet wurden.

Bei schweren Verläufen könnten die Maßnahmen auch eher einer fortgesetzten Akutversorgung ähneln als einer klassischen Rehabilitation. Die DGP geht davon aus, dass die Rehabilitation von COVID-19-Erkrankten überwiegend stationär ablaufen wird. Insgesamt verfüge Deutschland derzeit über etwa 5.000 geeignete Plätze für eine stationäre pneumologische Rehabilitation.

Noch gebe es Zeit, um sich auf die neue Herausforderung strukturell vorzubereiten, betonen die Experten. Aktuell sammelt die DGP mit Hilfe von Fragebögen Daten zur Versorgungskapazität und Expertise von pneumologischen Reha-Einrichtungen. Ziel ist es, Patienten in der Zukunft gezielt und problemgerecht einer Einrichtung zuweisen zu können.

Die Empfehlung der DGP finden Sie hier: DGP Empfehlungen zur pneumologischen Rehabilitation bei COVID-19 (PDF)

Quelle:

Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.: Genesen bedeutet nicht gesund – Jetzt die Weichen für Rehabilitation nach COVID-19-Erkrankung stellen. Pressemitteilung vom 17. Juni 2020


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