Vorsorge

Lungenkrebs-Screening kann Leben retten

15. Nov 2018

Ein gezieltes vorbeugendes Screening mittels Computertomographie kann die Überlebensrate bei Lungenkrebs erhöhen. Das zeigt eine groß angelegte Studie, an der über 15.000 Menschen mit erhöhtem Lungenkrebs-Risiko teilnahmen. Erste Ergebnisse der NELSON-Studie wurden auf der World Conference on Lung Cancer in Toronto, Kanada vorgestellt.

Lungenkrebsscreening. Bild eines CT-Geräts

© kaliantye - Fotolia.com

Die 15.792 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Belgien und den Niederlanden wurden zu Beginn der Studie zufällig in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erhielt kein Screening, die andere Gruppe wurde regelmäßig zu Computertomographie (CT)-Untersuchungen eingeladen: zu Beginn der Studie, nach einem, drei und fünfeinhalb Jahren. Durch die Untersuchung sollte eine Krebserkrankung möglichst früh erkannt werden, in Stadien, in denen sich Lungenkrebs gegebenenfalls noch besser behandeln lässt . Die Nachbeobachtungszeit betrug mindestens zehn Jahre. So wollten die Studienleiter überprüfen, ob und wie sich das Screening auf die Überlebensrate auswirkt.

Die Einschlusskriterien waren:

  • Menschen zwischen 50 und 75 Jahren
  • Raucher oder Ex-Raucher, die vor weniger als zehn Jahren mit dem Rauchen aufgehört hatten
  • Zigaretten-Konsum: mindestens zehn Zigaretten pro Tag über einen Zeitraum von mindestens 30 Jahren, oder Minimum 15 Zigaretten über 25 und mehr Jahre hinweg.

Experten fordern Lungenkrebs-Screening-Programm in ganz Europa

Fast sieben von zehn Lungenkrebsfällen wurden durch das Screening bereits in Stadium 1A oder 1B entdeckt. Unter Männern gingen die Todesfälle dadurch insgesamt um 26 Prozent zurück, verglichen mit der Gruppe, die kein vorbeugendes Lungenkrebs-Screening erhielt. In der kleineren Gruppe der Frauen schwankte das relative Risiko an einem Bronchialkarzinom zu sterben, in verschiedenen Jahren der Nachbeobachtungszeit zwischen 0,39 und 0,61. Dies deute darauf hin, dass das Screening die Überlebensrate bei Frauen sogar noch positiver beeinflusst, so die Autoren.

Die Studie ist die zweitgrößte ihrer Art weltweit und zeigt nach Ansicht der Wissenschaftler deutlich, dass ein CT-Screening bei Risikopatienten effektiv zur Früherkennung von Lungenkrebs beitragen kann. Wird verdächtiges Gewebe frühzeitig erkannt und chirurgisch entfernt, könne dies auch die Heilungschancen verbessern.

Aufgrund der Ergebnisse plädiert auch die European Respiratory Society (ERS) an die Länder der Europäischen Union, möglichst bald ein Lungenkrebs-Screening-Programm für Hochrisikopatienten einzuführen.

Quellen:

International Association for the Study of Lung Cancer: NELSON Study Shows CT Screening for Nodule Volume Management Reduces Lung Cancer Mortality by 26 Percent in Men. Pressemitteilung vom 25. September 2018 (PDF)

European Respiratory Society: ERS welcomes the positive results of NELSON trial. 25. September 2018 

European Lung Foundation: Large trial has shown that lung cancer screening increases survival rates. 9. Oktober 2018 


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