Grundlagenforschung

Lungenkrebs: Neue Schaltstelle für Tumorwachstum entdeckt

14. Mai 2018

Forschende haben eine spezielle molekulare Schaltstelle entdeckt, die das Tumorwachstum bei Lungenkrebs reguliert. Langfristig könnten die Erkenntnisse neue Möglichkeiten bei der Behandlung von Lungenkrebspatienten bieten. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift ‚Oncoimmunology‘ veröffentlicht.

Symbolbildf: Grafik von Krebszellen.

© fotoliaxrender - Fotolia.com

Das Immunsystem bekämpft nicht nur Krankheitserreger, sondern kann auch krankhaft veränderte Zellen erkennen und beseitigen, das gilt auch für Lungenkrebs. Doch nicht immer greift das Immunsystem die Krebszellen auch an, manchmal versagt die körpereigene Immunabwehr und der Krebs gewinnt. Warum dies so ist, ist bisher nicht ausreichend erforscht.

Normalerweise aktiviert der Körper bestimmte Zellen des Immunsystems, als Reaktion auf Tumorzellen, die dann in Folge die Krebszellen bekämpfen. In einer aktuellen Studie untersuchte ein Wissenschaftlerteam aus Erlangen jetzt eine bestimmte Art von Immunzellen genauer, die sogenannten T-reg-Zellen (regulatorische T-Zellen). Diese Zellen sind daran beteiligt, Entzündungsreaktionen in der Lunge zu verhindern. Ihre Rolle bei Lungenkrebs ist bisher jedoch nur unzureichend untersucht. Klar war lediglich, dass sie die Anti-Tumor-Antwort des Körpers unterdrücken und somit das Tumorwachstum fördern können.

Lungentumor programmiert Immunantwort um

In seinen Untersuchungen fand das Wissenschaftlerteam heraus, dass der Lungentumor selbst  in der Lage ist, die Immunantwort umzuprogrammieren: Die Tumorzellen produzieren den Botenstoff TGF-beta, der zum einen das Zellwachstum reguliert und zum anderen in der Umgebung T-reg-Zellen aktiviert. Durch diese Vorgänge werden in Folge genau die Immunzellen ausgeschaltet, die für die Anti-Tumor-Abwehr zuständig wären. Folglich wird das Immunsystem nicht gegen den Krebs aktiv, sondern das Tumorwachstum wird gefördert.

Diese neu identifizierte TGF-beta-abhängige Schaltstelle bei Lungenkrebs habe eine wichtige Bedeutung für die Regulation des Tumorwachstums in der Lunge, so die Autoren. Sie sind außerdem der Ansicht, dass ihre Erkenntnisse zu neuen Therapie-Ansätzen bei Lungenkrebs beitragen könnten. Bisher verfügbare klinische Immuntherapien seien bislang nur in etwa 20 Prozent der Fälle erfolgreich. Auf Grundlage der neuen Erkenntnisse wäre es denkbar, zusätzlich zur herkömmlichen Immuntherapie Wirkstoffe zu geben, die TGF-beta hemmen, sodass die Blockade der Tumorabwehr aufgehoben und die Immuntherapie wirksamer wird. Ob dies möglich ist, müssen jedoch weitere Untersuchungen zeigen.  

Quellen:

Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg: FAU-Wissenschaftler entdecken neuen Ansatz für die Therapie von Lungenkrebs. Pressemitteilung vom 30. April 2018 

Kachler, K. et al.: The role of Foxp3 and Tbet co-expressing Treg cells in lung carcinoma. In: OncoImmunology, online publiziert am 25. April 2018


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