Krebsforschung

Lungenkrebs in der Petrischale

11. Okt 2018

Durch Veränderungen in nur fünf Genen konnten amerikanische Forschende aus gesunden Lungenepithelzellen Zellen des kleinzelligen Lungenkrebses erzeugen. Die gleichen genetischen Veränderungen sorgten auch dafür, dass sich aus Epithelzellen der Prostata, kleinzellige Prostatakarzinome entwickelten. Langfristig könnten die in ‚Science‘ veröffentlichten Ergebnisse zur Entwicklung neuer Therapien bei kleinzelligen Krebsarten beitragen.

Die Entstehung von Lungenkrebs. Bild: Wissenschaftlerin schaut durch ein Mikroskop.

© Pressmaster - Fotolia.com

Anhand des Aussehens der Zellen können zwei verschiedene Lungenkrebsarten unterschieden werden: Der kleinzellige Lungenkrebs (small cell lung cancer, SCLC) und der nicht-kleinzellige Lungenkrebs (non-small cell lung cancer, NSCLC). Besonders der kleinzellige Lungenkrebs hat eine eher schlechte Prognose, da sich häufig schnell Metastasen bilden.

Ähnliche kleinzellige Tumore sind auch aus anderen Organen wie zum Beispiel der Prostata bekannt. Die Vermutung, dass sich kleinzelliger Krebs in verschiedenen Organen möglicherweise durch die gleichen Mechanismen entwickelt, besteht bereits seit einiger Zeit. Jetzt konnten amerikanische Forschende diese Tatsache erstmals klar nachweisen.

Es ist ihnen gelungen aus gesunden menschlichen Epithelzellen der Lunge und der Prostata kleinzellige Krebszellen zu erzeugen, indem sie die Aktivität von nur fünf Genen veränderten. Überraschenderweise waren für beide Tumore die gleichen genetischen Veränderungen ausreichend. Die erzeugten Krebszellen unterschieden sich zudem kaum von „echten“ kleinzelligen Tumorzellen aus menschlichem Gewebe.

„Kleinzelliger Krebs entwickelt sich über die gleichen molekularen Mechanismen“

Gesunde Lungen- und Prostataepithelzellen haben ein sehr unterschiedliches genetisches Aktivitätsmuster. Die Studienergebnisse zeigen aber: Entwickeln sie sich zu kleinzelligen Krebszellen, ist ihr Muster an aktiven Genen sehr ähnlich. Kleinzelliger Krebs in unterschiedlichen Organen scheint sich also über die gleichen molekularen Mechanismen zu entwickeln, so die Autoren.

Diese Erkenntnis könnte zukünftig zur Entwicklung neuer Therapien beitragen, die sich nicht nur gegen kleinzelligen Krebs in Lunge und Prostata richten, sondern gegen kleinzellige Tumore im Allgemeinen. In weiteren Untersuchungen wollen die Forschenden nun die genetischen Signalwege, die zur Entwicklung von kleinzelligem Krebs führen, noch genauer analysieren.

Quellen:

Universität von Kalifornien, Los Angeles (UCLA): UCLA researchers discover aggressive prostate and lung cancers are driven by common mechanisms. Pressemitteilung vom 4. Oktober 2018

Park, J. W. et al.: Reprogramming normal human epithelial tissues to a common, lethal neuroendocrine cancer lineage. In: Science, Vol. 362, Issue 6410


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