Pulmonale Hypertonie: Übersichtsarbeit

Lungenhochdruck und körperliches Training

12. Dez 2019

Menschen mit pulmonaler Hypertonie (PH), deren medikamentöse Behandlung gut eingestellt ist, können von einem individuell angepassten Trainingsprogramm profitieren. Das ergab eine Metaanalyse mehrerer Studien. Das Training kann sich positiv auf die körperliche Belastbarkeit und die Lebensqualität auswirken.

Laufende Schuhe

Pulmonale Hypertonie: Ein individuell angepasstes Training kann hilfreich sein. © stockpics - Fotolia.com

Bei pulmonaler Hypertonie, auch Lungenhochdruck genannt, ist der Blutdruck im Lungenkreislauf bereits in Ruhe krankhaft erhöht. Auf Dauer kann dies auch das Herz schädigen und zu einer Rechtsherzinsuffizienz führen. Bis vor einigen Jahren noch wurde Menschen mit Lungenhochdruck von körperlichem Training abgeraten, da befürchtet wurde, dass aufgrund der Belastung unerwünschte Notfallsituationen eintreten könnten oder sich die Symptome verschlechtern.

Ziel der aktuellen Übersichtsarbeit war es, die Ergebnisse mehrerer Studien zum Thema zusammenzutragen, um die genauen Auswirkungen von körperlichem Training bei pulmonaler Hypertonie besser zu verstehen. Die Forschenden durchsuchten hierfür drei verschiedene elektronische Datenbanken nach passenden randomisiert, kontrollierten Studien. Am Ende konnten sie fünf Studien mit insgesamt 187 Lungenhochdruck-Patientinnen und -Patienten in ihre Analyse einschließen. In den Studien absolvierten die Teilnehmenden drei bis 12-wöchige Trainingsprogramme. 

Positive Ergebnisse – größere Studien sind jedoch notwendig

Das Ergebnis: Bei Teilnehmenden der Trainingsgruppen verbesserte sich die körperliche Belastbarkeit signifikant gegenüber den Personen, die nicht trainierten. So stieg die zurückgelegte Wegstrecke im 6-Minuten-Gehtest im Schnitt um 45 Meter. Die maximale Sauerstoffaufnahme verbesserte sich ebenfalls deutlich. Auch auf verschiedene Bereiche der körperlichen und psychischen Lebensqualität wirkte sich das Training positiv aus. Ernsthafte unerwünschte Ereignisse im Rahmen des Trainings traten nicht auf.

Ist die Erkrankung stabil und die medikamentöse Behandlung gut eingestellt, kann ein individuell angepasstes Trainingsprogramm bei Menschen mit Lungenhochdruck die körperliche Belastbarkeit und die Lebensqualität verbessern, schlussfolgern die Autoren der Übersichtsarbeit. Und das ohne klinische Gefahr für Komplikationen oder Verschlimmerungen der Krankheit. Sie weisen jedoch auch darauf hin, dass diese Einschätzungen bisher nur auf kleinen Fallzahlen basieren und größere, randomisierte Studien mit unterschiedlichen PH-Schweregraden dringend notwendig sind.

Quelle:

Glöckl, R. et al.: Körperliches Training bei pulmonaler Hypertonie – ein systematisches Review mit Metaanalyse. Pneumologie 2019; 73(11): 677-685 DOI: 10.1055/a-1005-8678


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