Luftbelastung

Lungengesundheit leidet unter schlechter Luft in Innenräumen

15. Okt 2020

Anhaltende Luftbelastung in Innenräumen, zum Beispiel durch Tabakrauch, Holz- oder Gasheizung oder Kochen mit Gas, kann laut einer aktuellen Studie die Lungenfunktion bei Erwachsenen mittleren Alters verringern und das Asthmarisiko erhöhen.

Geöffnetes Fenster mit wehendem Vorhang.

©Bonsales - AdobeStock

Über zehn Jahre hinweg sammelten die australischen Forschenden Informationen von mehr als 3.000 Erwachsenen im Alter von durchschnittlich 43 Jahren ­– beziehungsweise dann zehn Jahre später – im Alter von 53 Jahren. Sie untersuchten, welchen Schadstoffen die Personen in Innenräumen ausgesetzt waren, darunter solche, wie sie beim Heizen, Kochen, durch Schimmel oder durch das Rauchen entstehen. Zu Beginn und am Ende des Studienzeitraums untersuchte das Studienteam die Lungengesundheit aller Teilnehmenden und klärte ab, ob sie Asthma bronchiale hatten. Außerdem analysierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler DNA-Proben der Probanden, um festzustellen, ob es genetische Zusammenhänge für eine mehr oder weniger gute Lungengesundheit gab.

Für die Auswertung teilten die Autoren die Teilnehmenden in verschiedene Kategorien ein, je nachdem welcher Art der Luftverschmutzung sie ausgesetzt waren. Im Anschluss verglichen sie ihre Werte mit der Gruppe, die die geringste Belastung durch Schadstoffe erfahren hatte.

Gute Belüftung kann helfen

Die Ergebnisse zeigen, dass Luftverschmutzung in Innenräumen, einschließlich Holzheizung, Gaskochen und -heizung sowie Tabakrauch über zehn Jahre hinweg signifikant zu Asthmasymptomen und einer Abnahme der normalen Lungenfunktion im mittleren Alter beitragen. Bestimmte Gene beeinflussen das Risiko für Symptome einer schlechteren Lungenfunktion zusätzlich. Eine bessere Belüftung, zum Beispiel durch einen Abluftventilator oder das häufige Öffnen von Fenstern, konnte laut den Ergebnissen die negativen Auswirkungen der Luftverschmutzung verringern.

Ihre Studie untermauere bestehende Hinweise, dass eine schlechte Luftqualität in Innenräumen die Lungengesundheit schädigen kann, so die Autoren. Außerdem deuteten die Ergebnisse darauf hin, dass eine gute Belüftung in Häusern und Arbeitsräumen wichtig sei, um die Lungengesundheit zu erhalten. Dies gelte insbesondere für Menschen, die zum Beispiel durch bestimmte Gene bereits ein höheres Risiko für eine schlechte Lungengesundheit tragen. Die Forschenden hoffen, dass die Studienergebnisse auch dazu beitragen können, die Strategien zur Vorbeugung von Asthma und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) zu verbessern.

Quellen:

European Lung Foundation: Long-Term Exposure to Indoor Air Pollution linked with Poor Lung Health. Meldung vom 8.10.2020

Dai, X. et al.: Exposure to household air pollution over 10 years is related to asthma and lung function decline. In: European Respiratory Journal, online publiziert am 17. September 2020 


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