Infektionsschutz

Lungenentzündung: Übertragungswege der Erreger

29. Okt 2018

Pneumokokken, die Erreger der Lungenentzündung (Pneumonie) können auch durch den Kontakt zwischen Nase und Hand übertragen werden. Das zeigt jetzt erstmals eine Studie im ‚European Respiratory Journal‘. Die Ergebnisse unterstreichen nochmals, wie wichtig saubere Hände für den Infektionsschutz sind.

Lungenentzündung durch Nasebohren? Bild: Mädchen popelt in der Nase.

© MAK - Fotolia.com

Pneumokokken kommen im Nasenrachenraum von vielen Menschen vor. So finden sich die Erreger der Lungenentzündung in der Nasenschleimhaut von etwa 40 bis 90 Prozent der Kinder unter fünf Jahren. Bei Erwachsenen sind es etwa 10 Prozent, deren Nasenrachenraum mit Pneumokokken besiedelt ist. Das Vorhandensein der Bakterien bedeutet jedoch noch nicht, dass es auch zu einer Erkrankung kommt. Besonders für Risikogruppen wie Senioren oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem können die Keime aber ein Risiko darstellen.

Bisher ging man davon aus, dass sich die Pneumonie-Erreger durch Tröpfchen, also über den Luftweg verbreiten. Britische Forschende zeigen in einer aktuellen Studie nun erstmals, dass sie auch durch den Kontakt zwischen Nase und Hand übertragen werden können. Vierzig gesunde Erwachsene wurden für die Studie zufällig in vier Gruppen aufgeteilt, in der je eine mögliche Übertragungsmethode getestet werden sollte. Überprüft wurde, ob Bakterien aus einer frischen bzw. angetrockneten Pneumokokken-Lösung durch Einatmen von der Handfläche oder durch Nasebohren verbreitet werden können.

Übertragung auch durch Reiben an der Nase

Das Ergebnis: Durch alle vier Methoden siedelten sich die Keime in der Nasenschleimhaut der Probanden an. Besonders viele Bakterien fanden die Forschenden in den beiden Gruppen mit frischer Pneumokokken-Lösung. Die generelle Wahrscheinlichkeit für eine Besiedelung war jedoch für getrocknete Bakterien genauso groß, wie für die frische Bakterien-Lösung, so die Autoren. Zudem schien es keinen Unterschied zu machen, ob die Probanden tatsächlich in der Nase bohrten oder nur mit der Rückseite ihrer Hand über die Nase rieben.

Durch die Ergebnisse werde nochmals deutlich, wie wichtig eine gute Handhygiene für den Schutz vor Infektionen sei, betonen die Autoren. Natürlich könne man nicht verhindern, dass Kinder in der Nase bohren oder an ihr reiben. In jungen Jahren können Bakterien sogar wichtig sein, um das Immunsystem zu trainieren. Für bestimmte Situationen könnten die neuen Erkenntnisse nach Ansicht der Forschenden aber hilfreich sein. Zum Beispiel wenn Kinder Kontakt mit älteren Verwandten oder Angehörigen mit schwachem Immunsystem haben.

In weiteren Tests wollen sie herausfinden, ob Händewaschen die Übertragung und damit das Risiko für eine Lungenentzündung verringern kann.

Quellen:

Connor, V. et al.: Hands are vehicles for transmission of Streptococcus pneumoniae in novel controlled human infection study. In: European Respiratory Journal, Vol. 52 No. 4, online publiziert am 10. Oktober 2018 

European Lung Foundation: Pneumonia-causing bacteria can be spread by nose picking an rubbing. Meldung vom 11.10.2018 


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