Influenza-Impfung

Grippeimpfung für Kinder mit Asthma

01. Okt 2018

Eine Grippeimpfung kann verhindern, dass Kinder mit Asthma nach einem schweren Krankheitsschub stationär im Krankenhaus behandelt werden müssen. Zu diesem Ergebnis kommt ein kanadisches Wissenschaftsteam in einer aktuellen Studie in ‚Pediatrics‘. Sie analysierten dafür das Nasensekret von 924 asthmakranken Kindern, die wegen eines akuten Asthmaanfalls in die Notaufnahme gekommen waren.

Grippeimfung für Kinder mit Asthma. Symbolbild des Impfkalenders.

© Martin Lang - Fotolia.com

Ausgangsfrage der Studie war, ob bestimmte Viren die Schwere eines Asthmaanfalls und den weiteren Krankheitsverlauf beziehungsweise den Therapieerfolg beeinflussen. Dafür untersuchten die Forschenden das Nasensekret der Kinder auf das Vorhandensein von 27 verschiedenen Erregern.

Die gute Nachricht: Keiner dieser Erreger führt nach Angaben der Autoren zu einem schwereren Verlauf des Asthmaanfalls. Allerdings steigt durch einige das Risiko, dass die ambulante Notfallbehandlung fehlschlägt. Für die betroffenen Kinder bedeutet dies dann meist, dass sie stationär im Krankenhaus weiterbehandelt werden müssen.  Als fehlgeschlagene Behandlung galt in der Studie, wenn der gleichzeitige Einsatz von bronchienerweiternden Medikamenten (sogenannte Bronchodilatatoren) und systemischem Cortison, zum Beispiel als Tablette, ohne Wirkung blieb.

Häufiger Therapieversagen durch Grippe- und RS-Viren

Bei 156 der 924 Kinder, also bei 16,9 Prozent blieb die ambulante Notfallbehandlung erfolglos. Je nach Virus-Typ, kam es unterschiedlich oft zum Versagen der Notfallbehandlung. Waren die Kinder mit dem respiratorischen Syncytial-Virus, kurz RS-Virus oder RSV infiziert, schlugen 21,4 Prozent aller ambulanten Behandlungen bei Asthmaanfällen fehl. Bei Influenzaviren waren es 37,5 Prozent und bei Parainfluenzaviren sogar 46,7 Prozent. RSV, Influenza- und Parainfluenzaviren erhöhten das absolute Risiko für ein Fehlschlagen der Behandlung damit um 8 bis 34 Prozent.

Erkältungs-verursachende Rhinoviren wurden besonders oft gefunden, die Rate an Behandlungs-Fehlschlägen bei Asthmaanfällen erhöhten sie aber nicht. Auch für Coronaviren, Adenoviren oder dem Enterovirus D 68 konnten die Forschenden keinen Einfluss feststellen.

Impfung kann Klinikaufenthalte verhindern

Kinder mit Asthma sollten nach Ansicht der Autoren immer gegen Grippe geimpft werden. So könnte man ihnen vermehrt Krankenhausaufenthalte während akuter Asthmaanfälle ersparen. Für Infektionen mit Parainfluenza-Viren oder RS-Viren gibt es allerdings bis heute keine Impfung. Um Hochrisiko-Babys wie Frühgeborene oder Babys mit angeborenem Herzfehler vor RS-Viren zu schützen kann lediglich ein monoklonaler Antikörper eingesetzt werden, der durch passive Immunisierung kurzfristig Schutz bietet.

Quellen:

Merckx, J. et al.: Respiratory Viruses and Treatment Failure in Children With Asthma Exacerbation. In: Pediatrics. Juli 2018, Vol. 142 / Issue 1 

Universität von Montreal: Asthma and flu: a double whammy. Pressemeldung vom 4.6.2018 


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