Diabetes und Rauchen erhöhen Infektionsgefahr für Tuberkulose

12. Mär 2012

Wer an Diabetes leidet oder raucht, hat im Vergleich zu Nichtdiabetikern oder Nichtrauchern im Durchschnitt ein doppelt so hohes Risiko an Tuberkulose zu erkranken. Zu diesem Ergebnis gelangten US-amerikanische und taiwanesische Epidemiologen, deren Ergebnisse zu Diabetes unlängst im medizinischen Fachmagazin Clinical Infectious Diseases vorgestellt wurden. Die Studie zu Rauchen und Tuberkulose ist vor einiger Zeit im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine publiziert worden.

Die Forscher werteten die Daten von 17.700 Taiwanesen aus, die an einer nationalen Gesundheitsuntersuchung teilgenommen hatten. Dabei stellten sie fest, dass das Tuberkulose-Risiko mit dem Schweregrad einer Diabetes-Erkrankung ansteigt. Bei Probanden mit mehr als zwei Diabetes-Komplikationen wie einer Nieren- oder einer Nervenerkrankung war die Tuberkuloserate sogar um den Faktor 3,5 erhöht.

In einer ersten Studie hatten die Wissenschaftler bei der gleichen Probandengruppe untersucht, welcher Zusammenhang zwischen Rauchen und Tuberkulose besteht. Sie fanden einen Zusammenhang zwischen dem  Ausmaß des Zigarettenkonsums und dem Tuberkuloserisiko. Je mehr Zigaretten täglich konsumiert werden, desto höher ist die Erkrankungswahrscheinlichkeit. Ungeklärt ist noch, warum Rauchen bei jungen Menschen das Tuberkuloserisiko stärker erhöht als bei älteren Menschen.

Quellen:
Baker, M. A. et al.: The Risk of Tuberculosis Disease Among Persons With Diabetes Mellitus: A Prospective Cohort Study. In: Clinical Infectious Diseases, 2012; doi: 10.1093/cid/cir939

Lien, H.-H. et al.: Association between Tobacco Smoking and Active Tuberculosis in Taiwan. In: Am. J. Resp.  Crit. Care Med., 2009, 180 (5): 475-480


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