Befragung von Ärzten und Patienten

COPD-Therapie: Welche Rolle spielt das Inhalationssystem?

17. Mai 2018

Eine aktuelle Umfrage zeigt: Betroffene und Ärzte legen bei der Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD weniger Wert auf das Inhalationssystem, als auf das Medikament. Zudem machen sich beide Gruppen nur bedingt Gedanken über die richtige Anwendung der Inhalatoren. Schulungsangebote für Ärzte und Patienten könnten hilfreich sein.

COPD-Therapie:Bild verschiedener Inhalatoren.

© UMA - Fotolia.com

Für COPD-Medikamente gibt es viele verschiedene Inhalatoren. Und die richtige Inhalationstechnik für das jeweilige Gerät zu kennen ist für eine erfolgreiche Therapie äußerst wichtig, das haben verschiedene Studien bereits gezeigt. Trotz allem scheinen sowohl Betroffene als auf Mediziner den Medikamenten mehr Bedeutung zuzuschreiben, als den Inhalatoren, das zeigt eine aktuelle amerikanische Studie. Ziel der Internetumfrage war es herauszufinden, wie Patienten und Mediziner die Rolle der Inhalationssysteme in der COPD-Behandlung einschätzen. Befragt wurden 513 Haus- und Lungenfachärzte und 499 Menschen mit COPD.

Wechsel des Medikaments wahrscheinlicher als Wechsel des Inhalators

Das Ergebnis: Nach der Erstdiagnose spielt für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte die Art der Inhalatoren eine eher untergeordnete Rolle, wenn sie COPD-Medikamente verschreiben. Nur 37 Prozent der Mediziner gaben an, dass die Wahl des richtigen Inhalators sehr wichtig sei. Zudem überprüften lediglich 45 Prozent der Ärzte zu Beginn der Therapie die Inhalationstechnik all ihrer Patienten. Lungenfachärzte führten einen solchen Test häufiger durch, als behandelnde Hausärzte. Neun von zehn Medizinern gaben außerdem an, dass sie ihren COPD-Patienten bei regelmäßig auftretenden Exazerbationen eher ein anderes Medikament als einen anderen Inhalator mit dem gleichen Medikament verschreiben.

Richtiges Inhalieren oft durch körperliche Einschränkungen erschwert

Auf Seiten der Patienten machten sich 64 Prozent der Befragten kaum Gedanken darum, ob sie die Inhalation richtig durchführten oder nicht, unabhängig von der Schwere ihrer COPD-Erkrankung. Ein Großteil der Betroffenen berichtete außerdem von verschiedenen körperlichen Beeinträchtigungen, die das richtige Inhalieren verhinderten. Dies waren unter anderem

  • Arthritis
  • eingeschränkte Feinmotorik oder auch
  • schlechtes Sehen.

Um sicher zu gehen, dass Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen ihre Inhalationssysteme auch richtig anwenden, sollten nach Ansicht der Autoren die Schulungsangebote, sowohl für behandelnde Mediziner als auch für Betroffenen, ausgeweitet und verbessert werden. So könnten die Therapie-Ergebnisse verbessert und Kosten reduziert werden.

Quellen:

Hanania, N. A. et al.: The Role of Inhalation Delivery Devices in COPD: Perspectives of Patients and Health Care Providers. In: Chronic Obstructive Pulmonary Diseases: Journal of the COPD Foundation, 2018; 5(2): 111-123.

The American Journal of Managed Care: Doctors, Patients Weigh COPD Medicines More Than Devices in Survey. Pressemeldung vom 21. April 2018


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