Chronisch obstruktive Lungenerkrankung

COPD: Einfluss des COVID-19-Lockdowns

17. Dez 2020

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, haben viele Länder strenge Maßnahmen im Alltag bis hin zu Lockdowns eingeführt. Britische Forschende haben in einer kleinen Studie untersucht, welche Auswirkungen diese Maßnahmen auf Menschen mit chronisch obstruktiver Lungenkrankheit COPD haben.

©Production Perig - AdobeStock

Im Detail untersuchten sie, wie sich der Lockdown im Zuge der COVID-19-Pandemie auf das Aufflackern oder die Verschlimmerung von COPD-Symptomen und das Wohlbefinden von Patientinnen und Patienten auswirkt. Dafür nahmen sie 160 Menschen mit COPD in ihre Studie auf und sammelten in den ersten sechs Wochen des Lockdowns im Jahr 2020 in Großbritannien zahlreiche Informationen zum Krankheitsgeschehen der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer. Die Daten verglichen sie dann mit dem gleichen Zeitraum im Jahr 2019.

Anhand von Behandlungsdaten analysierten die Forschenden, wie oft die Probanden Exazerbationen (akute Krankheitsverschlechterungen) erlebten. Zudem führten sie bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Telefonumfrage durch, um Veränderungen bei Gefühlen, Stress- und Angstzuständen im Vergleich zum Normalzustand zu untersuchen. Ebenfalls wurde abgefragt, wie regelmäßig die Patientinnen und Patienten ihre Inhalatoren verwendeten und wie körperlich aktiv sie während des Lockdown-Zeitraums waren.

Mehr Exazerbationen während des Lockdowns

Das Ergebnis der kleinen Studie: In den ersten sechs Wochen des Lockdowns mussten, im Vergleich zum Vorjahr, mehr COPD-Exazerbationen ärztlich (jedoch nicht im Krankenhaus) behandelt werden. 2019 waren es 99, im gleichen Zeitraum 2020, 126 Exazerbationen. Die Teilnehmenden berichteten auch, dass sie 2020 mehr Angst empfanden und sich weniger bewegten. Auf der anderen Seite nutzen jedoch während des Lockdowns mehr Menschen regelmäßig ihre Inhalatoren.

Die Veränderungen im täglichen Leben, wie zum Beispiel größere Ängstlichkeit und weniger körperliche Aktivität, könnten nach Ansicht der Autorinnen und Autoren die erhöhte Zahl an Exazerbationen erklären. Ihre Ergebnisse verdeutlichen zudem, wie wichtig es für medizinisches Fachpersonal bei der Behandlung ist, auch das Verhalten und die Veränderungen im Lebensstil der Patientinnen und Patienten zu verstehen, so ihre Schlussfolgerung.

Quellen:

McAuley, H. et al.: COPD in the time of COVID-19: An analysis of acute exacerbations and reported behavioural changes in patients with COPD. In: European Respiratory Journal, 2020

European Lung Foundation: Study Highlights Impact of COVID-19 Lockdown on People Living with COPD. Meldung vom 18.11.2020 


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