System zur Risikoeinschätzung

COPD: Drohende Komplikationen erkennen

18. Feb 2019

Forschende am Ottawa Hospital, Kanada haben ein Bewertungssystem entwickelt, das es Notfallmediziner*innen erleichtern soll, COPD-Patienten zu erkennen, die ein hohes Risiko für kurzfristige schwere Komplikationen haben. Ziel ist es unnötige Krankenhausaufenthalte aber auch unsichere -entlassungen zu verhindern.

COPD und Komplikationen. Bild zeigt Schriftzug "COPD".

© tashatuvango - Fotolia.com

Kommen Menschen mit COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) wegen akuter Beschwerden in die Notaufnahme, können diese oft gut behandelt werden. Bei manchen Patienten kann es in der darauffolgenden Zeit aber auch zu schweren Komplikationen kommen. Um diese Hochrisikopatienten besser zu erkennen, haben kanadische Mediziner*innen ein System zur Risikoeinschätzung entwickelt. Die Bewertung soll die behandelnden Ärzte bei ihrer Entscheidung unterstützen, ob eine Person nach der Notaufnahme im Krankenhaus bleiben muss oder wieder nach Hause gehen kann.

Der Risiko-Score umfasst zehn Kriterien, die zum einen Fakten aus der Krankheitsgeschichte der Betroffenen abfragen. Zum anderen beurteilen sie Ergebnisse aus Routineuntersuchungen seit Ankunft in der Notaufnahme. So zum Beispiel die Herzfrequenz oder Blutwerte. Jede Frage kann dabei mit ein bis drei Punkten bewertet werden. Das Gesamtergebnis soll das Risiko anzeigen, ob in den nächsten 30 Tagen eine Verschlechterung eintreten könnte. In einer Studie mit 1415 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde der sogenannte „Ottawa COPD Risk Scale“ klinisch überprüft. Die Autoren kommen darin zu dem Ergebnis, dass der Test zuverlässig funktioniert und besser geeignet ist als die bisherige medizinische Praxis.

Auch für Lungenfachärzte, Internisten oder Hausärzte hilfreich

Einen klaren Wert, ab dem Patienten ins Krankenhaus eingewiesen werden sollten, geben die Studienautoren allerdings nicht an. Denn in diese Entscheidung sollten auch andere Überlegungen mit einfließen. Zum Beispiel, wie gut die Patienten daheim versorgt wären, oder wie schnell sie wieder einen Arzt aufsuchen könnten. Der Ottawa COPD Risk Scale könne aber zusätzliche Informationen liefern, um die Entscheidung für oder gegen eine Krankenhauseinweisung zu erleichtern, betonen die Forschenden.  Neben der Anwendung in der Notaufnahme, könne ihr Bewertungssystem in Zukunft auch für niedergelassene Lungenfachärzte, Internisten oder Hausärzte hilfreich sein.

Quellen:

The Ottawa Hospital: COPD decision tool helps keep patients safe. Pressemeldung vom 13.2.2019

Stiell, I. G. et al.: Clinical validation of a risk scale for serious outcomes among patients with chronic obstructive pulmonary disease managed in the emergency department. In: CMAJ 3. Dezember 2018, 190 (48)


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