Mukoviszidose: Medikamente

Bessere Lungenfunktion durch neue Mukoviszidose-Wirkstoffe

25. Okt 2018

Zwei neue CFTR-Korrektoren konnten in Phase-II-Studien die Lungenfunktion von Mukoviszidose-Patienten verbessern, wenn sie als Dreifach-Therapie zusammen mit Ivacaftor und Tezacaftor eingesetzt wurden. Im ‚New England Journal of Medicine‘ wurden die Studienergebnisse veröffentlicht.

Neue CFTR-Modulatoren im Test. Bild zeigt Schriftzug "Mukoviszidose".

© Zerbor - Fotolia.com

Mukoviszidose (Cystische Fibrose) beruht auf Fehlern im sogenannten CFTR-Gen (CFTR = Cystic Fibrosis Transmembrane Conductance Regulator), welche die Funktion des CFTR-Ionenkanas außer Kraft setzen. Neben der symptomatischen Therapie sind für Patienten mit bestimmten Gendefekten auch sogenannte CFTR-Modulatoren zugelassen, die die Funktion des Ionenkanals verbessern bzw. wiederherstellen können und als duale Therapie eingesetzt werden: Ivacaftor als sogenannter Potentiator und Lumacaftor und Tezacaftor als sogenannte Korrektoren.

In zwei Phase-II-Studien wurden nun neue CFTR-Korrektoren getestet: VX-445 und VX-659. An beiden Studien nahmen Betroffene teil, die entweder auf beiden Chromosomen die häufigste Mutation Phe508del trugen, oder die Phe508del-Mutation und eine Mutation mit CFTR-Minimalfunktion (Phe508del-MF).

Betroffene mit doppelter Phe508del-Muatation können bereits mit einer dualen Therapie aus Ivacaftor und Tezacaftor behandelt werden. Getestet wurde bei ihnen daher, ob eine Tripel-Therapie aus Ivacaftor und Tezacaftor plus VX-445 oder VX-659 der dualen Therapie überlegen ist. Für Patienten mit Phe508del-MF gibt es bisher keine zugelassene Therapie. Sie erhielten in den Studien deshalb entweder eine Behandlung bestehend aus drei Placebos oder die Tripel-Therapie Ivacaftor, Tezacaftor plus VX-445 oder VX-659.

Meist nur leichte bis mäßige Nebenwirkungen

Sowohl VX-445 als auch VX-659 konnten innerhalb des vierwöchigen Studienzeitraums die Lungenfunktion, gemessen als Einsekundenkapazität FEV1 verbessern. VX-659 erhöhte den FEV1-Wert um bis zu 13,3 Prozent bei Patienten mit Phe508del-MF und um bis zu 9,7 Prozent bei Betroffenen mit doppelter Phe508del-Mutation. Durch VX-445 verbesserte sich die Lungenfunktion um 13,8 Prozent bzw. 11,0 Prozent.

Bei den meisten Teilnehmenden trat mindestens einmal eine unerwünschte Nebenwirkung auf, allerdings waren diese meist erträglich. Nur 3 von 122 Patienten, die an der Studie mit VX-445 teilnahmen, brachen die Behandlung wegen schwerer Nebenwirkungen ab. 

Ob sich die Lungenfunktion durch die zwei neuen CFTR-Modulatoren auch langfristig verbessert und ob die Wirkstoffe die Zahl an Exazerbationen (akute Verschlechterungen der Krankheit) verringern können, müssen die nun folgenden Phase-III-Studien zeigen.

Die Studien wurden von der pharmazeutischen Industrie unterstützt.

Quellen:

Holguin, F.: Triple CFTR Modulator Therapy for Cystic Fibrosis. In: New England Journal of Medicine, 18. Oktober 2018 DOI: 10.1056/NEJMe1811996  

Keating D. et al.: VX-445–Tezacaftor–Ivacaftor in Patients with Cystic Fibrosis and One or Two Phe508del Alleles. In: New England Journal of Medicine, 18. Oktober 2018 DOI: 10.1056/NEJMoa1807120 

Davies, J. C. et al.: VX-659–Tezacaftor–Ivacaftor in Patients with Cystic Fibrosis and One or Two Phe508del Alleles. In: New England Journal of Medicine, 18. Oktober 2018 DOI: 10.1056/NEJMoa1807119 


zum Seitenanfang
Druckversion

Wir verwenden Cookies um Ihnen den Besuch der Webseite so angenehm wie möglich zu machen. Wir benötigen Cookies um die Dienste ständig zu verbessern, bestimmte Features zu ermöglichen und wenn wir Dienste bzw. Inhalte Dritter einbetten, wie beispielsweise den Videoplayer. Durch die Nutzung unserer Webseite stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Wir verwenden unterschiedliche Arten von Cookies. Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Cookie-Einstellungen zu personalisieren:

Einstellung anzeigen.
In unserer Datenschutzerklärung finden Sie weitere Informationen.

Dort können Sie Ihre Cookie-Einstellungen jederzeit ändern.