Beobachtungsstudie ALLIANCE

Asthma bronchiale besser verstehen

04. Okt 2018

In der Medizin kennt man nicht nur ein Asthma, sondern eine Vielzahl verschiedener, typischer Krankheitsverläufe. Mit der Langzeitbeobachtungsstudie ALLIANCE (All Age Asthma Cohort) hoffen Forschende des Deutschen Zentrums für Lungenforschung DZL, die verschiedene Asthmaformen besser verstehen und frühzeitig erkennen zu können.

Asthma Kohorte ALLIANCE - Schiftzug "Asthma"

© WrightStudio - Fotolia.com

Durch Anfälle ausgelöste Kurzatmigkeit, Atemnot und Giemen sind typische Asthma-Symptome. Bei etwa einem von vier Kindern tritt dieses Giemen, ein spezielles Geräusch beim Ausatmen, ausgelöst durch verengte Atemwege, mindestens einmal in der frühen Kindheit auf. Aber nur ein kleiner Teil dieser Kinder behält das Asthma auch bis zum Erwachsenenalter. Bei anderen Menschen tritt die Lungenkrankheit überhaupt erst im Erwachsenenalter auf.

Um vorhersagen zu können, wie eine Asthma-Erkrankung verläuft und wie sie behandelt werden sollte, hat das Deutsche Zentrum für Lungenforschung DZL die ALLIANCE-Studie ins Leben gerufen. Mittlerweile nehmen mehr als 600 Asthma-Betroffene im Alter zwischen sechs Monaten und 75 Jahren sowie 200 Gesunde an der Beobachtungsstudie teil. Einmal jährlich kommen sie für ein festgelegtes Untersuchungsprogramm in die Studienzentren. Es beinhaltet unter anderem

  • Lungenfunktionstests und Prüfung auf Atemwegsentzündungen,
  • Test auf Sensibilisierung gegen bestimmte Allergene,
  • Entnahme und Analyse von Biomaterialien wie Blut, Nasenabstriche, Auswurf oder Ausatemluft.

Strukturierte Fragebögen und Daten aus den Patientenakten dokumentieren Symptome, Krankheitsverlauf, Lebensumstände und Umweltfaktoren.

Einblick in die molekularen Mechanismen

Tiefgehende molekularbiologische Analysen der gesammelten Proben sollen die biologischen Mechanismen der verschiedenen Verläufe des Asthmas aufdecken. Denn krankhafte Veränderungen der Atemwege lassen sich zurzeit nur spät oder zu spät feststellen. Daher suchen die Forschenden Substanzen im Blut oder in der Ausatemluft, die schon frühzeitig Auskunft über ein mögliches Asthma-Risiko oder einen bestimmten Krankheitsverlauf geben. Mittlerweile umfassen die Daten- und Biobanken der ALLIANCE-Kohorte bereits Hunderttausende Datenpunkte und Patientenproben. Und ihre Analyse hat bereits begonnen.

So konnten die Forschenden beispielsweise eine neue Technik entwickeln, mit der es möglich ist, Entzündungsbotenstoffe bereits in der Nasenschleimhaut zu messen. Diese einfache Diagnose-Methode könnte in der Zukunft besonders bei kleinen Kindern eine wichtige Rolle spielen, da die Schleimhaut der Nase sehr viel leichter zu erreichen ist, als die unteren Atemwege.

Mehr Informationen zum Kinder und Erwachsenen-Register der ALLIANCE-Studie erfahren Sie hier in unserer Studienplattform:

Quellen:

Deutsches Zentrum für Lungenforschung: Was ist Asthma – und wenn ja wie viele? Pressemeldung vom 12.9.2018 

Fuchs, O. et al.: The all age asthma cohort (ALLIANCE) - from early beginnings to chronic disease: a longitudinal cohort study. In: BMC Pulmonary Medicine 2018 18:140 


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