Asthmatherapie

Antikörper Dupilumab wirkt bei schwerem Asthma

07. Jun 2018

Eine Behandlung mit dem Antikörper Dupilumab kann bei Betroffenen mit unkontrolliertem Asthma schwere Asthmaanfälle und den Bedarf an systemischem Cortison verringern und die Lungenfunktion verbessern. Dies zeigen zwei Studien, die kürzlich im ‚New England Journal of Medicine‘ veröffentlicht wurden. Bisher ist das Medikament nur zur Behandlung von schwerer Neurodermitis zugelassen.

Grafik eines Antikörpers.

© sveta - Fotolia.com

1902 Betroffene ab zwölf Jahren mit unkontrolliertem Asthma bronchiale nahmen an der größeren der beiden Studien teil. Zusätzlich zu ihrer bisherigen Therapie erhielten sie alle zwei Wochen den Antikörper Dupilumab unter die Haut gespritzt oder ein Placebo. Die Behandlung erstreckte sich über 52 Wochen. Durch die Antikörpertherapie ging die Rate an akuten Verschlechterungen (Exazerbationen) um fast die Hälfte (48 Prozent) zurück: Von 0,87 Exazerbationen im Jahr mit Placebo auf 0,46 Exazerbationen pro Jahr mit der Antikörper-Therapie. Zudem verbesserte sich die Lungenfunktion, gemessen als Einsekundenkapazität FEV1 (engl. forced expiratory volume at 1 s), ebenfalls signifikant unter der Dupilumab-Behandlung.   

In der zweiten, kleineren Studie wurde die Wirkung von Dupilumab bei Betroffenen untersucht, die mit systemischem Cortison (Glukokortikoiden) in Form von Tabletten behandelt wurden. 210 Patientinnen und Patienten erhielten alle zwei Wochen zusätzlich entweder den Antikörper oder ein Placebo. Nach 24 Wochen konnte die Dosis an Cortison-Tabletten in der Dupilumab-Gruppe um durchschnittlich 70 Prozent gesenkt werden. In der Kontrollgruppe waren es nur 42 Prozent. Positive Effekte des Antikörpers zeigten sich auch bei den akuten Verschlechterungen des Asthmas. Denn obwohl die Cotison-Dosis gesenkt wurde, kam es unter Dupilumab seltener zu akuten Exazerbationen als unter Placebo und auch der FEV1-Wert war unter der Antikörpertherapie besser. In beiden Studien schlug die Therapie besonders gut bei Betroffenen mit höherer Eosinophilenzahl, einer bestimmten Art von Immunzellen, im Blut an.

Welches Präparat für welche Patienten?

Zusammen mit den beiden Studien wurde im ‚New England Journal of Medicine‘ auch ein Kommentar veröffentlicht, in dem zwei Experten die Ergebnisse bewerteten. Sie gehen davon aus, dass der Hersteller des Antikörpers, der zugleich die Studien finanzierte, die Zulassung von Dupilumab zur Behandlung von schwerem Asthma beantragen wird. Die Möglichkeit schweres Asthma mit Biologika wie auch Benralizumab, Mepolizumab oder Omalizumab zu behandeln, sei ein klarer Fortschritt in der Asthmatherapie. Trotzdem zeigen sich noch immer Unterschiede in der Wirksamkeit der Präparate. Bei manchen Betroffenen wirken sie sehr gut, bei anderen gar nicht. Weitere Forschung, auch vergleichende Studien zwischen den einzelnen Wirkstoffen, sind daher auf jeden Fall nötig, so die Experten. Auch um zu verstehen für welche Patientengruppe welches Präparat besonders geeignet ist.

Quellen:

Castro, M. et al.: Dupilumab Efficacy and Safety in Moderate-to-Severe Uncontrolled Asthma. In: New England Journal of Medicine, online publiziert am 21. Mai 2018, DOI: 10.1056/NEJMoa1804092

Rabe, K. F. et al.: Efficacy and Safety of Dupilumab in Glucocorticoid-Dependent Severe Asthma. In: New England Journal of Medicine, online publiziert am 21. Mai 2018, DOI: 10.1056/NEJMoa1804093

Drazen, J. M. und Harrington, D.: New Biologics for Asthma. In: New England Journal of Medicine, online publiziert am 21. Mai 2018, DOI: 10.1056/NEJMe1806037


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