Wie wird Radon gemessen?

© Dr. Thomas Haninger, Auswertungsstelle, Helmholtz Zentrum München

Ob in einer Wohnung eine Belastung durch Radon vorliegt, lässt sich nur mit einer Messung feststellen. Für die Radon-Messung stehen prinzipiell diverse Verfahren zur Verfügung. Für Privat-Haushalte gibt es einfach handhabbare, preiswerte Radon-Dosimeter nach dem Kernspurmessverfahren (DIN 25706-1). Sie eignen sich besonders gut zur Bestimmung von Radon-Konzentrationen in Innenräumen. Solche Dosimeter werden in Deutschland von mehreren Institutionen angeboten. Die Messstelle sollte zertifiziert oder vom Bundesamt für Strahlenschutz anerkannt sein.

Prinzipiell stehen für die Messung von Radon unterschiedliche Verfahren zur Verfügung. Die Auswertungsstelle verleiht elektronische Radon-Messgeräte vom Typ Canary zur Bestimmung der mittleren Radonkonzentration in der Raumluft von Wohn- oder Bürogebäuden. Der große Vorteil dieser Geräte ist, dass bereits während der laufenden Messung kontinuierlich ein Messwert abgelesen werden kann.

Eine Liste von Messstellen, die mit ihren Radon-Dosimetern an einer Vergleichsprüfung beim Bundesamt für Strahlenschutz teilgenommen haben, findet sich im Internet.

Wo werden Radon-Messgeräte angebracht?

Die Messgeräte sind sehr gut geeignet, einen Mittelwert über einen längeren Messzeitraum zu bestimmen. Um festzustellen, ob überhaupt eine Radon-Belastung vorliegt, empfiehlt sich eine Messzeit von mindestens einem Monat. Radon-Messgeräte werden am besten in dem Raum angebracht, der hauptsächlich genutzt wird, z.B. Hauptwohn-, Kinder- oder Schlafzimmer. Er sollte im Messzeitraum weiterhin wie gewohnt genutzt und mindestens einmal täglich gelüftet werden. Im Keller sollte nur dann gemessen werden, wenn sich dort auch ein Büro- oder Schlafraum befindet, der häufig genutzt wird.

Während des gesamten Messzeitraums sollte das Messgerät an einem festen Platz liegen oder tagsüber im Hauptwohnraum und nachts im Schlafzimmer. Häufigere Wechsel des Standortes werden nicht empfohlen. Das Messgerät sollte nicht in der Nähe von Türen und Fenstern liegen, wo das Messergebnis durch Luftströmungen verfälscht werden kann.

Welche Richtwerte bestehen?

Das wissenschaftliche Beratungsgremium des Bundesumweltministeriums, die Strahlenschutzkommission, hat mit seiner Stellungnahme vom 12. Mai 2005 nach Auswertung aller vorliegenden Gesundheitsstudien zum Radon festgestellt, dass ab dem Bereich 100 bis 200 Bq/m3 eine statistisch signifikante Erhöhung der Lungenkrebsrate durch Radon gegeben ist.

Der Europäische Rat hat im Dezember 2013 die Richtlinie 2013/59/EURATOM beschlossen. Das Kapitel VIII enthält Bestimmungen zur Exposition der Bevölkerung.

Im Artikel 74 - Radonexposition in Innenräumen - wurde folgendes festgelegt: "Die Mitgliedsstaaten legen nationale Referenzwerte für die Radonkonzentration in Innenräumen fest. Der Referenzwert für die Aktivitätskonzentration in der Luft im Jahresmittel darf 300 Bq/m3 nicht überschreiten."

Die Umsetzung der Euratom-Richtlinie in nationales Recht und die damit verbundene Aufnahme in die Deutsche Strahlenschutzverordnung steht noch aus.

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