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Keuchhusten-Impfung

Die Keuchhusten-Impfung, oder auch Pertussis-Impfung, bietet den besten Schutz gegen Bakterien der Art Bordetella pertussis, die Erreger von Keuchhusten (Pertussis). 

Wissenschaftliche Beratung:
Prof. Dr. Susanne Herold, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Deutsches Zentrum für Lungenforschung
Prof. Dr. Tobias Welte, Medizinische Hochschule Hannover, Deutsches Zentrum für Lungenforschung

Die Keuchhusten-Impfung, oder auch Pertussis-Impfung, bietet den besten Schutz gegen Bakterien der Art Bordetella pertussis, die Erreger von Keuchhusten (Pertussis). 

Wissenschaftliche Beratung:
Prof. Dr. Susanne Herold, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Deutsches Zentrum für Lungenforschung
Prof. Dr. Tobias Welte, Medizinische Hochschule Hannover, Deutsches Zentrum für Lungenforschung

Grundimmunisierung

Sie erfolgt normalerweise als Grundimmunisierung im Kindesalter. Als Erwachsener sollte man sich erneut gegen Pertussis impfen lassen. Denn Keuchhusten ist schon lange ist keine reine Kinderkrankheit mehr, zunehmend erkranken auch immer mehr Erwachsene. Bei ihnen äußert sich die Krankheit allerdings anders als bei Kindern und wird deshalb nicht oder erst spät erkannt. Das typische Keuchhusten-Symptom, der bellende Husten, fehlt bei Erwachsenen oftmals. Einziger Hinweis ist oft ein hartnäckiger, quälender Husten unbekannter Ursache, der über mehrere Wochen anhält. Keuchhusten verläuft im Erwachsenenalter häufig schwerer als im Kindesalter.

Seit einigen Jahren empfiehlt die Ständige Impfkommission STIKO am Robert Koch-Institut die Keuchhusten-Impfung auch in der Schwangerschaft.

Keuchhusten-Impfung bei Kindern

Die Keuchhusten-Impfung erfolgt als Grundimmunisierung mit einem Kombinationsimpfstoff normalerweise im Kindesalter. Sie besteht aus vier Teilimpfungen im Alter von zwei, drei und vier Monaten und nochmals zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat. Im Alter von fünf bis sechs Jahren und im Alter von 9 bis 17 Jahren sollte die Pertussis-Impfung aufgefrischt werden.

Da Babys erst ab dem zweiten Monat geimpft werden können und der Impfschutz in den ersten vier bis fünf Monaten nicht sicher erreicht werden kann, sind Säuglinge besonders auf die passive Schutzwirkung von Impfungen angewiesen. Es ist also besonders wichtig, dass alle Personen in einer Familie, die mit dem Baby Kontakt haben, wie Eltern, Geschwisterkinder oder Großeltern, gegen Keuchhusten geimpft sind. 

Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft

Seit 2020 empfiehlt die Ständige Impfkommission STIKO am Robert Koch-Institut die Keuchhusten-Impfung auch in der Schwangerschaft um Neugeborene in den ersten Lebensmonaten bestmöglich vor der Erkankung zu schützen. Studien hatten gezeigt, dass eine Keuchhusten-Impfung während der Schwangerschaft auch den neugeborenen Kindern Schutz vor der Erkrankung bieten kann.

Laut den Empfehlungen sollen schwangere Frauen zu Beginn des letzten Schwangerschaftsdrittels mit dem Tdap-Kombinationsimpfstoff (Kombinationsimpfung gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis) geimpft werden. Spätestens aber sollte die Pertussis-Impfung zwei, besser noch vier Wochen vor dem voraussichtlichen Entbindungstermin erfolgen. Besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt, sollte die Keuchhusten-Impfung in das zweite Schwangerschafts-Drittel vorgezogen werden.

Die Impfung soll zudem unabhängig vom Abstand zu einer eventuell vorab verabreichten Keuchhusten-Impfung und in jeder Schwangerschaft erfolgen. 

Das RKI weist außerdem darauf hin, dass eine Keuchhustenimpfung in der Schwangerschaft genauso sicher ist, wie eine Impfung vor der Schwangerschaft. 

Impfschutz auffrischen! Keuchhusten-Impfung bei Erwachsenen

Der Immunschutz gegen Keuchhusten hält bei Erwachsenen nach einer Erkrankung circa 7 bis 20 Jahre, nach einer Keuchhusten-Impfung etwa 3,5 bis 12 Jahre an. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt daher, sich als Erwachsener erneut gegen Pertussis impfen zu lassen, zum Beispiel zusammen mit einer Auffrischungsimpfung gegen Diphtherie und Tetanus.

Kinder entwickeln nach einer Keuchhusten-Erkrankung dagegen kein ausreichenden Immunschutz und sollten daher trotz Erkrankung geimpft werden.

Frauen mit Kinderwunsch und allen möglichen Kontaktpersonen empfiehlt die STIKO zum Schutz des Neugeborenen eine Auffrischimpfung gegen Keuchhusten alle zehn Jahre. Gleiches gilt für Beschäftigte in Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen, wie Ärzte/Ärztinnen, Pfleger und Pflegerinnen oder auch für Personal in Kindergärten oder Altenheimen.

Pertussis Impfstoff

Einen Einzel-Impfstoff gegen Keuchhusten gibt es nicht mehr. Alle Pertussis-Impfungen erfolgen mit einem Kombinationsimpfstoff als Injektion (Spritze). In Deutschland sind verschiedene Präparate für die Keuchhusten-Impfung erhältlich, die gleichzeitig Bestandteile gegen Tetanus, Diphtherie und/oder Pertussis (Keuchhusten) und/oder Polio (Kinderlähmung) enthalten. Der Arzt oder die Ärztin entscheidet, welcher Keuchhusten-Impfstoff im jeweiligen Fall sinnvoll ist und zum Einsatz kommt.

Alle Impfstoffe gegen Keuchhusten sind Totimpfstoffe und gut verträglich. Da sich das Immunsystem nach der Impfung mit dem Impfstoff auseinandersetzt, kann zu sogenannten allgemeinen Impfreaktionen kommen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle
  • leichtes Fieber
  • Müdigkeit 
  • Muskelschmerzen

In der Regel verschwinden die Impfreaktionen nach ein bis drei Tagen wieder.

Nebenwirkungen der Keuchhusten-Impfung sind sehr selten. Allergische Reaktionen gegen Begleitsubstanzen im Impfstoff sind möglich.

Mehr zu möglichen Impfnebenwirkungen erfahren sie im Kapitel „Impfen: Grundlagen“.

Mehr zu allergischen Reaktionen im Allgemeinen erfahren Sie auch beim Allergieinformationsdienst von Helmholtz Munich.

Quellen

  • Ständige Impfkommission STIKO am Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin - Wissenschaftliche Begründung für die Empfehlung der Pertussisimpfung mit einem Tdap-Kombinationsimpfstoff in der Schwangerschaft. 13-2020, 26.03.2020 
  • Robert Koch Institut: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission
  • Robert Koch Institut: Schutzimpfung gegen Pertussis: Häufig gestellte Fragen und Antworten. 
  • Robert-Koch-Institut: Schutzimpfung gegen Pertussis (Keuchhusten)
  • Paul-Ehrlich-Institut: Pertussis-Impfstoffe 
  • Infektionsschutz.de: Keuchhusten. 
  • Impfen-info.de: Keuchhusten-Impfung bei Erwachsenen. 
  • Impfen-info.de: Keuchhusten-Impfung bei Kindern. 
  • Heininger, U.: Pertussis (Keuchhusten). Monatsschrift Kinderheilkunde. 2020; 168(8):747-759. doi:10.1007/s00112-020-00941-9 

Letzte Aktualisierung: 24.03.2022