Atmung: Wie funktioniert der Gasaustausch in der Lunge?

Der Gastaustausch in der Lunge findet über den Lungenkreislauf an den circa 300 Millionen Lungenbläschen (Alveolen) statt.

GUT ZU WISSEN:

Der Sauerstoffvolumen-Anteil in der Atemluft liegt bei 20,9 Prozent, der Kohlendioxid-Anteil bei 0,038 Prozent. Den überwiegenden Rest – 78,1 Prozent – macht Stickstoff aus, der für die Atmung nicht nutzbar ist. Der Mensch muss circa 26 Liter Luft atmen, um daraus einen Liter Sauerstoff zu gewinnen.

Kohlendioxidreiches und sauerstoffarmes Blut, das von den Zellen des Körpers kommt, wird von der rechten Herzkammer Richtung Lunge gepumpt. Ähnlich dem immer feiner werdenden Luftleitsystem, verästeln sich auch die Blutgefäße, die zur Lunge führen, immer weiter. Rund um die Lungenbläschen bildet sich so ein Netz aus feinsten Blutgefäßen, das sogenannte Kapillarnetz. Durch die starke Verästelung der Blutgefäße in der Lunge, wird das Blut immer langsamer und die Wände der Blutgefäße werden immer dünner.

Auch die Wand der Lungenbläschen – die alveolokapilläre Membran – ist sehr dünn (circa ein Mikrometer). Die Atemgase, Sauerstoff (O2) und Kohlendioxid (CO2), können deshalb leicht von einer auf die andere Seite der Lungenbläschen gelangen (Diffusion).

An den Lungenbläschen angekommen, wandert das Kohlendioxid vom Blut in die Luft in der Lunge und Sauerstoff wird aus der Atemluft ins Blut aufgenommen. Das nun sauerstoffreiche Blut wird wieder zurück zum Herzen gepumpt und ausgehend von der linken Herzkammer im restlichen Körper verteilt.

Grafik des Gasaustauschs in den Lungenbläschen.
Gasaustausch in den Lungenbläschen. ©Lungeninformationsdienst

Gut zu wissen:

Die von Lungenbläschen und Kapillaren gemeinsam gebildete Fläche wird als respiratorische Oberfläche bezeichnet. Beim Menschen ist diese circa 100 bis 140 Quadratmeter groß.

In körperlicher Ruhe braucht der Mensch 0,3 Liter Sauerstoff pro Minute und muss circa 0,25 Liter Kohlendioxid in der Minute wieder ausatmen. Um das zu erreichen, schleust er circa sieben Liter Luft pro Minute durch seine Lunge.

Ist der Blutdruck im Lungenkreislauf auch genannt kleiner Kreislauf dauerhaft erhöht, spricht man von Lungenhochdruck.

Schließen
Informationen zum Inhalt

Quellen:

  • Clauss, C. et al. (2009): Humanbiologie kompakt. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, ISBN: 3827418992
  • Campbell , N.A. et al. (2009): Biologie. Pearson Studium, München, ISBN: 9783827372871
  • Silbernagl, S. et al. (2003): Taschenatlas der Physiologie. Thieme, Stuttgart, ISBN: 3135677060


Letzte Aktualisierung:

18.07.2018

zum Seitenanfang
Druckversion

Wir verwenden Cookies um Ihnen den Besuch der Webseite so angenehm wie möglich zu machen. Wir benötigen Cookies um die Dienste ständig zu verbessern, bestimmte Features zu ermöglichen und wenn wir Dienste bzw. Inhalte Dritter einbetten, wie beispielsweise den Videoplayer. Durch die Nutzung unserer Webseite stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Wir verwenden unterschiedliche Arten von Cookies. Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Cookie-Einstellungen zu personalisieren:

Einstellung anzeigen.
In unserer Datenschutzerklärung finden Sie weitere Informationen.

Dort können Sie Ihre Cookie-Einstellungen jederzeit ändern.