Pneumothorax: Symptome, Formen und Entstehung

Grundlagen zu Bronchiekatsen

Bei einem Pneumothorax dringt Luft in den Pleuraspalt ein. Als Pleuraspalt bezeichnet man den Raum zwischen Lunge und Brustwand. Normalerweise herrscht in diesem geschlossenen Spaltraum ein Unterdruck, der dafür sorgt, dass die elastische Lunge im Brustkorb aufgespannt ist. 

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Dringt nun Luft in den geschlossenen Pleuraspalt ein, ändern sich die Druckverhältnisse zwischen Lunge und Brustwand. Der Unterdruck geht verloren und die Lunge löst sich vom Brustkorb ab oder fällt komplett in sich zusammen. Man spricht dann auch von einem Lungenkollaps.

Meist ist nur ein Lungenflügel betroffen, da rechte und linke Brusthöhle voneinander getrennt sind.

Als Folge der verkleinerten oder komplett kollabierten Lunge ist der Gasaustausch an den Lungenbläschen behindert und hierdurch die Sauerstoffversorgung des Körpers eingeschränkt.

Kurz erklärt

Bei einem Pneumothorax kommt es zur Ansammlung von Luft zwischen Lunge und Brustwand. Dadurch wird das Lungengewebe verdrängt. Die Lunge verkleinert sich oder fällt komplett zusammen.

Formen des Pneumothorax

Je nach Pneumothorax-Ursachen kann man verschiedene Formen des Krankheitsbildes unterscheiden. 

Primärer Spontanpneumothorax (idiopathischer Spontanpneumothorax)

Ein primärer Spontanpneumothorax oder auch idiopathischer Spontanpneumothorax tritt laut Definition unerwartet bei bislang lungengesunden Menschen spontan und ohne äußere Einwirkung auf. Betroffen davon sind häufiger junge Menschen und häufiger Männer.

Diese Form des Pneumothorax entsteht durch einen spontanen Einriss des Lungengewebes. In den meisten Fällen werden sogenannte Bullae (Blasen im Lungengewebe) als Ursache ausgemacht, die oft in den oberen Lungenlappen zu finden sind.

Sekundärer Spontanpneumothorax

Ein sekundärer Spontanpneumothorax entsteht als Folge einer schon bestehenden Lungenerkrankung wie beispielsweise der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit COPD, Mukoviszidose oder schwerem Asthma. Auch bei selteneren interstitiellen Lungenkrankheiten wie der Lungenfibrose, Sarkoidose, bei Infektionskrankheiten, wie Tuberkulose oder einer Lungenentzündung (Pneumonie) sowie bei bösartigen Lungenerkrankungen (Lungenkrebs oder Metastasen) kann ein sekundärer Spontanpneumothorax auftreten.

Die betroffenen Menschen sind meistens älter und wie beim primaren Spontanpneumothorax häufiger männlich. Der sekundäre Spontanpneumothorax ist mit einer höheren Sterblichkeit verbunden, meist aufgrund einer bereits zuvor vorhandenen Lungenerkrankung. 

Traumatischer Pneumothorax

Der traumatische Pneumothorax wird durch eine Verletzung des Brustkorbs verursacht.

Bei einer starken Druckeinwirkung, zum Beispiel bei einem Autounfall, kann durch Scherkräfte das Lungengewebe einreißen oder durch gebrochene Rippen die Lunge verletzt werden. Auch Schuss- und Stichverletzungen können den Brustkorb und die Lunge verletzen. Als Folge davon gelangt entweder Luft von außen durch die verletzte Thoraxwand in den Pleuraspalt oder aus der verletzten Lunge in die Brusthöhle.

Iatrogener Pneumothorax

Als Folge eines ärztlichen Eingriffs wie zum Beispiel einer Akupunktur, einer CT-gesteuerten Biopsie oder einer Gewebeentnahme im Rahmen einer Spiegelung der Atemwege (Bronchoskopie) kann das Lungenfell (Pleura visceralis) verletzt werden und die Lunge zusammenfallen. Man spricht vom sogenannten iatrogenen Pneumothorax. Auch bei einer Wiederbelebung mit Herzdruckmassage können Rippen brechen und als Folge eine Verletzung der Lunge resultieren. 

Kurz erklärt:

Der Spannungspneumothorax ist eine akut lebensbedrohliche Komplikation des Pneumothorax, die schnellstmöglich behandelt werden muss.

Komplikation: Spannungspneumothorax

Der Spannungspneumothorax ist eine lebensbedrohliche Variante des Pneumothorax. An der Lungenverletzung, über welche die Luft in den Pleuraspalt gelangt, bildet sich ein Ventilmechanismus: Bei jedem Atemzug strömt Luft in den Pleuraspalt zwischen Lungenfell und Rippenfelll ein, ohne aus dem Brustkorb entweichen zu können. Innerhalb kurzer Zeit kann diese Luftansammlung zu einem Überdruck führen. Durch den steigenden Druck im Pleuraspalt wird das Herz auf die gesunde Seite des Brustkorbs gedrängt, der Mittelfellraum verlagert. Der noch intakte Lungenflügel sowie die großen Blutgefäße werden eingeengt oder sogar abgeknickt. Die Pumpleistung des Herzens wird soweit eingeschränkt, dass es zu einem Kreislaufversagen mit Herzstillstand kommt.

Der Spannungspneumothorax ist ein akut lebensbedrohlicher Notfall und muss schnellstmöglich behandelt werden. Typische Symptome sind neben massiver Atemnot auch Herzrasen und ein Abfall des Blutdrucks bis hin zum Schock.

Röntgenbild eines Spannungspneumothorax Bild: Universitätsklinikum Freiburg
Bild: Universitätsklinikum Freiburg

Röntgenbild eines Spannungspneumothorax. 

Man sieht rechts im Bild einen zusammengefallenen Lungenflügel. Auf der betroffenen Seite wird das Zwerchfell nach unten (gelber Pfeil) und das Herz und der gesamte Mittelfeldraum auf die Gegenseite (blauer Pfeil) gedrückt.

Sonderform: Katamenialer Pneumothorax

Von einer Sonderform des Pneumothorax sind lediglich Frauen betroffen:

Der sogenannte katameniale Pneumothorax ist sehr selten und wird bei jungen Frauen im Rahmen der Menstruation beobachtet. Typische Symptome sind Schmerzen im Brustkorb, Atemnot und das Aushusten von kleinen Blutmengen (Hämoptysen).

Wie genau diese seltene Form des Spontanpneumothorax entsteht, ist bislang nicht genau bekannt, eine mögliche Ursache könnte versprengte Gebärmutterschleimhaut auf der Lunge oder dem Zwerchfell sein (Endometriose). Die Veränderungen während des monatlichen Zyklus können Gewebedefekte verursachen, welche wiederum zu einem Pneumothorax führen können.  

Auch eine Schwangerschaft und die Geburt eines Kindes scheinen nach aktueller Studienlage das Risiko für einen Spontanpneumothorax bei Frauen zu erhöhen.  

Pneumothorax: Symptome

Charakteristische Pneumothorax-Symptome sind:

  • plötzlich auftretender, einseitiger und stechender Schmerz im Brustkorbbereich
  • Atemnot
  • gegebenenfalls trockener Reizhusten, Schulterschmerzen.

Die Pneumothorax-Symptome variieren und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Ein primärer Spontanpneumothorax mit nur einer geringen Lungenablösung kann jedoch auch völlig unbemerkt ablaufen.

Beim sekundären Spontanpneumothorax kann die Luftnot stärker ausfallen, da bestehende Lungenvorerkrankungen das Atemvolumen bereits einschränken.

Quellen

Letzte Aktualisierung: 08.02.2022

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