Keuchhusten: Diagnose

Die Keuchhusten-Diagnose kann anhand des klinischen Krankheitsbildes gestellt werden, wenn die typischen Keuchhusten-Symptome auftreten. Besonders bei Erwachsenen, aber auch bei Jugendlichen und älteren Kindern zeigt Keuchhusten (Pertussis) allerdings nicht immer den klassischen Verlauf.

Git es einen Keuchhusten-Test?

Die Labordiagnostik ist für die Diagnose von Keuchhusten besonders entscheidend. Nur so kann der Erreger Bordetella pertussis eindeutig als Krankheitsursache nachgewiesen werden. Hierfür wird in der Regel ein Nasen-Rachen-Abstrich gemacht.

Noch bevor der Körper Antikörper gegen Bordetella pertussis bildet, kann der Keuchhusten-Erreger zuverlässig mittels dieses Abstrichs und anschließender Laboranalytik durch Polymerase-Kettenreaktion (PCR) nachgewiesen werden. Da für diese Methode bereits geringe Mengen an Erbsubstanz ausreichen, kann die PCR den Erreger im Nasen-Rachen-Sekret schon frühzeitig aufgspüren. Die Untersuchung sollte in einem erfahrenen Labor erfolgen. Bei unklaren Symptomen kann weitere Labordiagnostik Klarheit bringen.

Sind bestimmte Blutwerte bei Keuchhusten erhöht?

Als Abwehr gegen den Keuchhusten-Erreger bildet der Körper vermehrt IgG- und IgA-Antikörper, die im Blut nachgewiesen werden können.

Der Antikörpernachweis ist für die Früh-Diagnostik von Keuchhusten allerdings ungeeignet, da er erst etwa drei Wochen nach Erkrankungsbeginn im Blut möglich ist. Erst dann kann ein sehr deutlicher Anstieg der Antikörperkonzentration oder ein einmalig über einem altersentsprechenden Grenzwert liegender Wert als Hinweise auf eine kürzlich erfolgte Infektion geben.

Bei Säuglingen kann die Keuchhusten-Diagnose jedoch in einzelnen Ausnahmefällen durch einen Anstieg der Antikörper bestätigt werden.

 

Es ist allerdings bislang nicht möglich, eine Impfantwort eindeutig von einer Infektion zu unterscheiden, denn auch nach einer Keuchhusten-Impfung bildet der Körper vermehrt Antikörper.

Wissenschaftliche Beratung:

  • Prof. Dr. Tobias Welte, Medizinische Hochschule Hannover, Deutsches Zentrum für Lungenforschung

Quellen

  • Robert Koch-Institut: Keuchhusten (Pertussis) – RKI-Ratgeber. 
  • Heininger, U.: Pertussis (Keuchhusten). Monatsschrift Kinderheilkunde. 2020;168(8):747-759. doi:10.1007/s00112-020-00941-9 

Letzte Aktualisierung: 24.03.2022

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