Wie behandelt man am besten eine Erkältung?

Erkältungen müssen nicht unbedingt behandelt werden. Da die meisten Krankheitserreger Viren sind, nützt eine Einnahme von bakterientötenden Antibiotika nichts. Mit einem sogenannten Bluttest auf Procalcitonin (PCT) lässt sich relativ schnell klären, ob ein Antibiotikum nötig ist oder nicht. Beim Gesunden beträgt die Plasmakonzentration des PCT weniger als 0.05 ng/ml. Bei viralen Infektionen oder nichtbakteriellen Entzündungen im Blut  steigt der PCT-Wert auf das 10- bis 100fache an. Bei schweren bakteriellen Infektionen beträgt er dagegen das 1000- bis 100.000-fache des Normalwertes. Zusätzlich sollten die Anamnese und der klinische Befund berücksichtigt werden.

Zur Behandlung wird vor allem empfohlen, das eigene Immunsystem zu unterstützen, zum Beispiel, indem man den Körper vor übermäßiger Anstrengung bewahrt. Saunabesuche und damit das Einatmen trockener heißer Luft bei Erkältungsbeginn sind zum Lindern der Symptome sinnlos, wie Forscher der Berliner Charité herausgefunden haben.

GUT ZU WISSEN:

Wird das Nasensekret gelblich oder grünlich, ist womöglich zu der viralen Erkältung noch eine bakterielle Superinfektion dazu gekommen. Diese kann mit Antibiotika behandelt werden.

Allerdings ist es möglich, die Beschwerden zu lindern. Abschwellende Nasentropfen erleichtern die Atmung. Präparate ohne das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid sind für die Nasenschleimhaut verträglicher als solche mit Benzalkoniumchlorid. Am besten sind Nasentropfen mit Salzlösung. Seit 2007 gilt auch der Wirkstoff Oxymetazolin, der in Nasensprays Verwendung findet, als heilungsbeschleunigend. Er bewirkt die Abschwellung der Nasenschleimhaut und hat auch direkt eine antivirale, entzündungshemmende Wirkung. Bei trockenem Husten können hustendämpfende, kodeinhaltige Medikamente eingenommen werden. Bei produktivem, also schleimigem Husten, sollten solche Medikamente nicht angewendet werden, da der Körper auf diese Art versucht, die Erreger ab zu husten. Bei Schnupfen helfen Inhalationen mit warmem Dampf. Der Dampf löst das Nasensekret und lässt die Schleimhäute abschwellen. Salbeihaltige Lutschpastillen helfen gegen Halsschmerzen. Sind die Stimmbänder angeschwollen, hilft das Lutschen von Eis. Laut einer Meta-Analyse finnischer Forscher können Lutschtabletten mit Zink die Erkältungsdauer um bis zu 40 Prozent verkürzen. Allerdings ist eine Tagesdosis von mehr als 75 Gramm Zink-Acetat nötig, um einen Effekt zu erzielen.

 

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Informationen zum Inhalt

Quellen:

  • Apotheken Umschau: Erkältung. (Letzter Abruf: 04.08.2016)
  • Geissel, W.: PCT-Test stützt Entscheidung für Antibiotikum. In: aerztezeitung.de vom 14.03.2011 (Letzter Abruf: 04.08.2016)
  • Pach, D. et al.: Visiting a sauna: does inhaling hot dry air reduce common cold symptoms? A randomized controlled trial. In: Med. J. Australia, 2010, 193 (11/12): 730-734
  • Hemilä, H.: Zinc Lozenges May Shorten the Duration of Colds: A Systematic Review. Open Respir. Med. J., 2011, 5: 51-58

Letzte Aktualisierung:

04.08.2016

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