Erkältung: Medikamente und Hausmittel


Eine Erkältung muss nicht unbedingt mit Erkältungsmedikamenten behandelt werden. Auch Hausmittel können helfen Erkältungssymptome zu lindern.

Erkältungsmedikamente: Kann man eine Erkältung schnell loswerden?

Spezielle Erkältungsmedikamente gibt es nicht. Als Mittel gegen Erkältung wird vor allem empfohlen, das eigene Immunsystem zu unterstützen, zum Beispiel, indem man den Körper vor übermäßiger Anstrengung bewahrt.

Allerdings ist es möglich, die Erkältungs-Beschwerden zu lindern. Abschwellende Nasentropfen erleichtern die Atmung. Präparate ohne das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid sind für die Nasenschleimhaut verträglicher als solche mit Benzalkoniumchlorid. Am besten sind Nasentropfen mit Salzlösung.

Seit 2007 gilt auch der Wirkstoff Oxymetazolin, der in Nasensprays Verwendung findet, als heilungsbeschleunigend um eine Erkältung schnell los zu werden. Er bewirkt, dass die Nasenschleimhaut abschwillt und hat auch direkt eine antivirale, entzündungshemmende Wirkung.

Bei trockenem Husten können hustendämpfende, kodeinhaltige Medikamente eingenommen werden. Bei produktivem, also schleimigem Husten, sollten solche Medikamente jedoch nicht angewendet werden, da der Körper auf diese Art versucht, die Erkältungs-Erreger ab zu husten.

Laut einer Meta-Analyse finnischer Forschenden können Lutschtabletten mit Zink helfen, die Erkältung schnell los zu werden und die Erkältungsdauer um bis zu 40 Prozent verkürzen. Allerdings ist eine Tagesdosis von mehr als 75 Gramm Zink-Acetat nötig, um einen Effekt zu erzielen.

Erkältung: Hausmittel können helfen

Bei Schnupfen helfen Inhalationen mit warmem Dampf. Der Dampf löst das Nasensekret und lässt die Schleimhäute abschwellen.

Salbeihaltige Lutschpastillen helfen gegen Halsschmerzen. Sind die Stimmbänder angeschwollen, hilft das Lutschen von Eis.

Saunabesuche und damit das Einatmen trockener heißer Luft zu Beginn der Erkältung sind zum Lindern der Erkältungssymptome sinnlos, wie Forschende der Berliner Charité herausgefunden haben.

GUT ZU WISSEN:

Wird das Nasensekret gelblich oder grünlich, ist womöglich zu der viralen Erkältung noch eine bakterielle Superinfektion dazu gekommen. Diese kann mit Antibiotika behandelt werden.

Antibiotika bei Erkältung?

Die eine Einnahme von bakterientötenden Antibiotika nützt in den meisten Fällen nichts, dann die häufigsten Erkältungserreger sind Viren, gegen die Antibiotika nichts ausrichten können.

Mit einem Bluttest auf Procalcitonin (PCT) lässt sich relativ schnell klären, ob ein Antibiotikum nötig ist oder nicht. Bei Gesunden beträgt die Plasmakonzentration des PCT weniger als 0.05 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml). Bei viralen Infektionen oder nichtbakteriellen Entzündungen im Blut  steigt der PCT-Wert auf das 10- bis 100-fache an. Bei schweren bakteriellen Infektionen beträgt er dagegen das 1000- bis 100.000-fache des Normalwertes. Zusätzlich sollten die Anamnese und der klinische Befund berücksichtigt werden.

Quellen

  • Apotheken Umschau: Erkältung. (Letzter Abruf: 04.08.2016)
  • Geissel, W.: PCT-Test stützt Entscheidung für Antibiotikum. In: aerztezeitung.de vom 14.03.2011 (Letzter Abruf: 04.08.2016)
  • Pach, D. et al.: Visiting a sauna: does inhaling hot dry air reduce common cold symptoms? A randomized controlled trial. In: Med. J. Australia, 2010, 193 (11/12): 730-734
  • Hemilä, H.: Zinc Lozenges May Shorten the Duration of Colds: A Systematic Review. Open Respir. Med. J., 2011, 5: 51-58

Letzte Aktualisierung: 23.02.2022

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