Lungenentzündung: Therapie

Eine Lungenentzündung (Pneumonie) wird fast immer mit Antibiotika behandelt. Allerdings helfen diese nur, wenn Bakterien die Erkrankungsursache sind, nicht aber, wenn es sich beim Erreger um ein Virus handelt.

Idealerweise ist der Erreger zu Beginn der Pneumonie-Behandlung bekannt, um den Keim mit den eingesetzten Medikamenten möglichst genau zu treffen.

Kurz erklärt:

Personen, bei denen man eine invasive Pneumokokken-Erkrankung vermutet, werden oft "auf Verdacht" behandelt. Das heißt, sie bekommen ein Antibiotikum, das mit hoher Wahrscheinlichkeit wirkt, noch bevor der Erreger nachgewiesen wurde.

Eine Lungenentzündung ist allerdings eine sehr schwere Erkrankung, bei der die Patient:innen rasch behandelt werden müssen. Meist wird daher schon anhand des klinischen Bildes und der Lungenentzündungs-Symptome ein Antibiotikum ausgewählt und die Behandlung begonnen. Wird der Erreger im weiteren Therapieverlauf identifiziert, kann notfalls die Behandlung umgestellt oder ergänzt werden.

Je genauer der Erreger bestimmt wird, desto gezielter können Antibiotika für die Behandlung der Lungenentzüntung eingesetzt und die Gefahr von Resistenzbildungen bei den Bakterien minimiert werden.

Bei einer Lungenentzündung sind Medikamente aus der Gruppe der sogenannten Beta-Lactam-Antibiotika das Mittel der ersten Wahl. Dazu gehört das Penicillin sowie das inzwischen bevorzugt eingesetzte Amoxicillin. Die Behandlung dauert etwa fünf bis sieben Tage.

Bei viralen Ursachen stehen auch sogenannte Virostatika zur Verfügung – Medikamente, die speziell gegen Viren wirken. Oft werden auch bei einer durch Viren verursachten Lungenentzündung Antibiotika gegeben, um eine zusätzliche Infektion mit Bakterien zu verhindern. 

Gut zu wissen:

Gegen eine Infektion mit Pneumokokken kann man sich schützen.
Erfahren Sie hier mehr zur Pneumokokken-Impfung.

Verläuft die Lungenentzündung schwer, kann auch eine Behandlung im Krankenhaus nötig werden. Wird ein Sauerstoffmangel festgestellt, kann die Gabe von zusätzlichem Sauerstoff helfen.

Abseits der Medikamente sind auch unterstützende Maßnahmen bei der Therapie einer Lungenentzündung wichtig. Patient:innen sollten sich körperlich schonen und strenge Bettruhe einhalten. Zudem sollten sie viel trinken, vor allem wenn sie Medikamente zur Schleimlösung einnehmen.

Wissenschaftliche Beratung:

Prof. Dr. med. Gernot Rohde, Universitätsklinikum Frankfurt und Deutsches Zentrum für Lungenforschung

Quellen

  • Ewig, S. et al.: S3-Leintlinie - Behandlung von erwachsenen Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie und Prävention – Update 2016. 
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  • S3-Leitlinie zu Epidemiologie, Diagnostik, antimikrobieller Therapie und Management von erwachsenen Patienten mit ambulant erworbenen tiefen Atemwegsinfektionen; 2009, 2te Auflage, Thieme Verlag

Letzte Aktualisierung: 17.12.2020

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