Allergien und Atemwege: Vorbeugung

Um Allergien zu vermeiden werden von führenden Fachgesellschaften einige Maßnahmen zum Schutz vor Allergien empfohlen, im Wesentlichen in Hinblick auf Lebensgewohnheiten und Ernährung.

Viele Studien geben Hinweise darauf, dass Tabakrauchexposition, ein Schimmelpilz-förderndes Raumklima sowie Luftschadstoffe im Innen- und Außenraum das Allergierisiko erhöhen. Diese Risiken sollten daher insbesondere in der Schwangerschaft minimiert werden.

Stillen beugt vor

Kinder sollten  für vier bis sechs Monate voll gestillt werden, denn über die Muttermilch erhalten sie wichtige Stoffe für ihr Immunsystem, das zu Beginn des Lebens noch nicht vollständig entwickelt ist.  Ab Beginn des fünften Monats, spätestens ab dem siebten Monat wird die Beikostfütterung empfohlen, um den steigenden Nährstoffbedarf zu decken. Sojanahrung zur Allergieprävention für Säuglinge einzusetzen, wird nicht empfohlen.

Haustiere, Übergewicht und weitere Faktoren

Laut aktueller Studienlage muss man nicht generell auf Haustiere verzichten um Allergien vorzubeugen. Allerding gibt es Hinweise darauf, dass Katzen im Haushalt das Risiko für Allergien erhöhen könnten. Bei Risikokindern sollte man Katzen daher laut Leitlinie nicht halten.

Übergewicht zu vermeiden, wird ebenfalls - insbesondere bei Kindern – zur Allergieprävention empfohlen. Zahlreiche Studien geben zum Beispiel Hinweise darauf, dass deutlich Übergewichtige eher zu Asthma neigen. 

Ein Kaiserschnitt birgt im Vergleich zur normalen Geburt ein höheres Allergierisiko für das Kind.  Forschende vermuten, dass dabei eine andere, spätere oder weniger vielfältige Bakterienbesiedelung im Darm und auf der Haut eine wesentliche Rolle spielt. Denn im Geburtskanal bekommen Säuglinge wichtige Bakterien für ihr Immunsystem mit, was das Risiko für spätere Atemwegs- und Verdauungsprobleme senkt. Daher wird von einem Kaiserschnitt ohne medizinischen Grund abgeraten.

Psychosoziale Faktoren oder emotionaler Stress wie zum Beispiel die Trennung der Eltern oder der Tod eines nahen Verwandten während der Schwangerschaft oder in der frühen Kindheit, werden ebenfalls mit einem erhöhten Allergierisiko des Babys in Verbindung gebracht.

Schützt das Leben auf dem Bauernhof?

Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe von Empfehlungen, wie das Immunsystem stimuliert und damit vor der Ausbildung allergischer Krankheitsbilder geschützt werden kann. Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, haben beispielsweise ein geringeres Risiko für Asthma. Auch der Besuch einer Kindertagesstätte in den ersten zwei Lebensjahren oder eine höhere Anzahl älterer Geschwister hat positive Aspekte.

Demgegenüber konnte bislang kein Beleg dafür erbracht werden, dass Impfungen das Allergierisiko erhöhen. Vielmehr gibt es Hinweise, dass Impfungen das Allergierisiko sogar senken können. Daher wird allen Kindern, auch Risikokindern, die Impfung gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission empfohlen.

Mehr zu Allergien erfahren Sie beim Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrums München.

Wissenschaftliche Beratung für dieses Kapitel:

Quellen:

Letzte Aktualisierung: 15.05.2020

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