Allergien: Vorbeugung

In der gemeinsam von den führenden Fachgesellschaften verabschiedeten aktualisierten Leitlinie zur Allergieprävention sind einige Maßnahmen im Wesentlichen in Hinblick auf Lebensgewohnheiten und Ernährung zusammengestellt, die zum Schutz vor Allergien empfohlen werden.

Viele Studien geben Hinweise darauf, dass Tabakrauchexposition, ein Schimmelpilz-förderndes Raumklima sowie Luftschadstoffe im Innen- und Außenraum das Allergierisiko erhöhen. Diese Risiken sollten daher insbesondere in der Schwangerschaft minimiert werden.

Stillen beugt vor

Stillen kann Allergien vorbeugen
Stillen kann Allergien vorbeugen. Foto: Fotolia

Zudem empfiehlt die Leitlinie das Stillen über vier Monate sowie – wenn dies nicht oder nicht ausreichend möglich ist - alternativ bei Risikokindern hypoallergene Säuglingsnahrung. Ab Beginn des fünften Monats wird die Beikostfütterung empfohlen, um den steigenden Nährstoffbedarf zu decken. Sojanahrung zur Allergieprävention für Säuglinge einzusetzen, wird von der Leitlinie nicht empfohlen.

Felltragende Haustiere, besonders Katzen, sollte man bei Risikokindern nicht halten, da es in vielen Studien Hinweise gibt, dass Katzenhaltung das Allergierisiko erhöht. Übergewicht zu vermeiden, kann ebenfalls - insbesondere bei Kindern – zur Allergieprävention empfohlen werden.

Zwei neue Aspekte der Leitlinie zur Allergieprävention beschäftigen sich mit psychosozialen Faktoren und der Geburt von Babys. Im Vergleich zur normalen Geburt birgt ein Kaiserschnitt ein höheres Allergierisiko für das Kind. Psychosoziale Faktoren wie zum Beispiel die Trennung der Eltern oder der Tod eines nahen Verwandten während der Schwangerschaft oder in der frühen Kindheit, werden ebenfalls mit einem erhöhten Allergierisiko des Babys in Verbindung gebracht.

Schützt das Leben auf dem Bauernhof?

Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe von Empfehlungen, wie das Immunsystem stimuliert und damit vor der Ausbildung allergischer Krankheitsbilder geschützt werden kann. Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, zeigen ein 30 Prozent geringeres Risiko für Asthma. Auch der Besuch einer Kindertagesstätte in den ersten zwei Lebensjahren oder eine höhere Anzahl älterer Geschwister hat positive Aspekte.

Demgegenüber konnte bislang kein Beleg dafür erbracht werden, dass Impfungen das Allergierisiko erhöhen. Vielmehr gibt es Hinweise, dass Impfungen das Allergierisiko sogar senken können. Daher wird allen Kindern, auch Risikokindern, die Impfung gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission  empfohlen.

Die ursprüngliche Empfehlung, den Hausstaubmilbengehalt bereits als rein vorbeugende, sogenannte primärpräventive Maßnahme zu reduzieren, wurde in der Leitlinie Allergieprävention zurückgenommen.

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Informationen zum Inhalt

Quellen:

  • Wiss.Beratung: Prof. Dr. Erika von Mutius, 2016
  • Wiss. Beratung: Prof. Dr. Carsten Schmidt-Weber, Helmholtz Zentrum München, ZAUM, 2010
  • Wiss. Beratung: Prof. Dr. Heidrun Behrendt, 2009
  • Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) et al.: S3-Leitlinie Allergieprävention, 2014, Leitlinie 061/016, gültig bis 31.07.2019

Letzte Aktualisierung:

06. Mai 2016

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