Akute Lungenschäden: Therapie

Ein wichtiger Teil der Therapie von ALI und ARDS ist es die auslösende Ursache auszuschalten und zu therapieren. ARDS-Patienten und manche ALI-Patienten müssen auch kontrolliert maschinell beatmet werden um den Sauerstoffgehalt im arteriellen Blut zu erhöhen. Die Beatmung muss möglichst lungenschonend erfolgen, um eine rhythmische Überblähung der Lungenbläschen und einen vermehrten Umsatz an Surfactant zu vermeiden. Es gibt auch assistierende Beatmungsformen, die lungenschonender sind. Bei der CPAP-Beatmung (Continuous Positive Airway Pressure) wird die zu schwache Eigenatmung des Patienten verstärkt, um ein ausreichendes Atemvolumen zu gewährleisten. Gegebenenfalls ist beim ARDS auch eine pECLA (pumpenlose extrakorporale Membranoxygenierung) möglich. Dabei wird außerhalb des Körpers Kohlendioxid aus dem Blut entfernt und Sauerstoff zugeführt. Zusätzlich werden schmerzlindernde und muskelentspannende Medikamente verabreicht.

 

IN KÜRZE:

Es ist wichtig, bei bakteriellen Ursachen einer Lungenentzündung möglichst rasch mit der geeigneten Antibiotikatherapie zu beginnen, um eine weitere akute Lungenschädigung oder Lungenversagen zu verhindern.

Welche Maßnahmen sind zu treffen?

Eine wichtige unterstützende Therapiemaßnahme – und auch prophylaktisch zur Vorbeugung eines ARDS und von ALI - ist die Lagerungstherapie. Bei einer Bauchlagerung des Patienten steigt der Sauerstoffgehalt im arteriellen Blut. Inwieweit, in welcher Dosierung und wie lange Glukokortikoide zur Behandlung eingesetzt werden sollten, ist noch nicht endgültig geklärt.
Folgende Therapiemaßnahmen befinden sich noch im Versuchsstadium:

  • Blutgefäß-weitendes Stickoxid (NO) wird über das Beatmungssystem in die Atemwege eingeleitet. Bislang wurde jedoch noch kein Einfluss auf die Überlebensrate nachgewiesen.
  • Eine Surfactant-stimulierende Substanz (z.B. Ambroxol)- große Studien hierzu fehlen noch - sowie Vitamin E-Präparate können zum Ausgleich von Sauerstoffradikalen eingesetzt werden.
  • Der Wirkstoff Pentoxyfillin soll die Bildung des Entzündungsstoffs Tumornekrosefaktor alpha, die durch Bakteriengifte angeregt wird, hemmen.

Über eine Magensonde verabreichte Nahrungsergänzungsmittel wie Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien, sind einer JAMA-Studie zufolge bei Patienten, die eine akute Lungenschädigung haben, eher schädlich und verbessern die Beatmungssituation bei ALI nicht.

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Informationen zum Inhalt

Quellen:

  • Kuhlen, R., Rossaint, R. : Die Intensivtherapie bei akutem Lungenversagen. - Steinkopff Verlag 2003
  • Engelmann, L.: Diagnostik und Intensivtherapie bei Sepsis und Multiorganversagen. - Steinkopff Verlag 2006
  • Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI): Leitlinie ARDS „Lagerungstherapie zur Prophylaxe oder Therapie pulmonaler Funktionsstörungen", 14.08.2009, Entwicklungsstufe 2e

  • Rice, T.W. et al.: Caring for the Critically Ill Patient. Enteral Omega 3 Fatty Acids, Gamma-Linilenic Acid, and Antioxidant Supplementation in Acute Lung Injury. In: JAMA, 2011, 306 (14):1574-1581

Letzte Aktualisierung:

21.11.2011

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