Biobanken für Lungenerkrankungen

In krankheitsspezifischen Biobanken werden Biomaterialien und Daten von Patienten mit bestimmten Erkrankungen gesammelt – ebenfalls um die dahinter stehenden Ursachen und Krankheitsmechanismen besser zu verstehen. Aber auch, um die Diagnose zu verbessern und neue, effektive Therapien zu entwickeln.

Gut zu wissen:

Im Rahmen der „Nationalen Biobank Initiative“ des BMBF wird seit 2011 die Biomaterialbankenforschung in Deutschland mit ca. 17 Millionen Euro gefördert, mit dem Ziel das deutsche Biobanking zu vereinheitlichen und in eine geplante EU-Biobankenstruktur einzubinden. 

Auch in den Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) wie dem Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL) haben Biobanken einen großen Stellenwert. Die aus der grundlagenwissenschaftlichen Forschung resultierenden Ergebnisse sollen in eine verbesserte Vorsorge und Diagnose bis hin zur Entwicklung von Konzepten für individualisierte Therapien einfließen.

Um die Forschung an Biomaterialien zu fördern und zu vernetzen hat die Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V. (TMF) in Berlin im Auftrag des BMBF das Deutsche Biobankenregister aufgebaut. Forscher finden dort eine Übersicht über die in Deutschland bestehenden medizinisch relevanten Biobanken, den krankheitsspezifischen Schwerpunkt und die vorhandenen Proben. Dem Verein gehört unter anderem auch das DZL an.

 

Kinderlungenregister
www.kinderlungenregister.de

In Deutschland existieren mehrere krankheitsspezifische Biobanken für Lungenleiden, darunter beispielsweise das Kinderlungenregister, ein internationales Register und eine Biobank für seltene Lungenerkrankungen im Kindes- und Jugendalter, sowie die Biobank mit zugehörigem Register des Deutschen Netzwerks für diffus parenchymatöse Lungenerkrankungen.


Biobanken am Deutschen Zentrum für Lungenforschung

Eine der größten Biobanken für Lungentumorgewebe unterhält die Sektion Translationale Forschung an der zum Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL) gehörenden Thoraxklinik Heidelberg. Diese Gewebebank ist außerdem integraler Bestandteil der Gewebebank des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT), welche als erste Gewebebank Deutschlands in diesem Rahmen seit 2010 akkreditiert ist.

Seit 2008 gibt es an einem weiteren Standort des DZL, den Asklepios Fachkliniken in München-Gauting, die Asklepios-Biobank für Lungenerkrankungen. Hier werden Gewebe- und Flüssigproben von Patienten mit verschiedenen Lungenerkrankungen gesammelt und gelagert.

Neben Tumorerkrankungen, die den Schwerpunkt der Gewebesammlung darstellen, sind Serum- und Plasmaproben und bronchoalveoläre Lavagen von Patienten mit

  • COPD
  • Sarkoidose,
  • interstitiellen Lungengerüsterkrankungen und
  • seltenen Lungenerkrankungen verfügbar.

Die Sammlung wird ergänzt um Gewebe aus der Lungentransplantationskohorte. In Zusammenarbeit mit dem Comprehensive Pneumology Center, kurz CPC am Helmholtz-Znetrum München wird Frischgewebe in Zellisolate und sogenannte „precision cut lung slices“ verarbeitet sowie DNA und RNA gewonnen und Single Cell Analysen durchgeführt.

In der Hannover Unified Biobank (HUB) der Medizinischen Hochschule Hannover, ebenfalls ein DZL-Standort, werden verschiedenste Arten an Biomaterialien unter anderem für verschiedene Studien gesammelt und gelagert.

Kurz erklärt:

In Deutschland gibt es zahlreiche krankheitsspezifische Biobanken - an den Standorten des DZL existieren mehrere Sammlungen für die bedeutendsten Lungenerkrankungen.

Die BioMaterialBank Nord, die vom Forschungszentrum Borstel, der LungenClinic Grosshansdorf und der Medizinischen Universitätsklinik Lübeck betrieben wird, sammelt vor allem Proben von Lungenkrebs-, COPD-, Asthma- und Allergiepatienten sowie von Patienten mit seltenen Erkrankungen und Infektionskrankheiten wie Tuberkulose.  

Die UGMLC-Biobank am Standort Gießen besitzt eine umfangreiche Sammlung an Gewebestücken, Lungenspülflüssigkeiten und Blutproben vorwiegend aus den Erkrankungsfeldern Lungenfibrose und Lungenhochdruck. Zudem wird von Gießen aus das europäische IPF- Register und die zugehörige Biobank koordiniert.

Auch an den anderen Standorten des DZL werden - zum Teil schon seit mehreren Jahren - Biomaterialien von bestimmten Erkrankungen gesammelt und aufbewahrt, um damit die molekularen Mechanismen schwerer Lungenkrankheiten zu erforschen und neue Therapieansätze zu entwickeln.

In der zentral organisierten Plattform Biobanking des DZL arbeiten Wissenschaftler aller DZL-Standorte zusammen. In Zukunft soll hier DZL-Wissenschaftlern, aber auch externen Forschern der Zugang zu den im Rahmen des DZL gesammelten Biomaterialien ermöglicht werden. Dies bietet optimale Voraussetzungen für die Erforschung und Entwicklung neuer Therapien für Lungenerkrankungen

Übersicht der Biobanken im Deutschen Zentrum für Lungenforschung

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Informationen zum Inhalt

Quellen:

Wissenschaftliche Beratung und Zusammenarbeit:

Prof. Dr. Andreas Günther, Dr. Clemens Ruppert, Dr. Jasmin Wagner, Justus-Liebig Universität Gießen, Universities of Giessen and Marburg Lung Center (UGMLC)
Prof. Dr. Thomas Illig, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover Unified Biobank,  Biomedical Research in Endstage and Obstructive Lung Disease (BREATH)
Dr. Michael Lindner, Dr. Ina Koch, Thoraxchirurgisches Zentrum München, Asklepios Biobank für Lungenerkrankungen, Comprehensive Pneumology Center (CPC)
Dr. Thomas Muley, Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg (TLRC-H)

Quellen:


Letzte Aktualisierung:

01.10.2018

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