Grippe-Impfung

Grippeviren

Die Grippeschutzimpfung kann gegen die saisonal auftretende ‚echte‘ Grippe schützen. Infektionen mit den Influenzaviren des Typs A und B verursachen alljährlich viele Grippefälle. Mediziner empfehlen die Impfung besonders

  • Menschen über 60 Jahren,
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen (chronische Lungen-, Herz-, Kreislauf-, Stoffwechselkrankheit), 
  • Menschen, die aufgrund einer Krankheit oder aufgrund von Medikamenten immunsupprimiert sind und
  • Schwangeren

Eine gefürchtete Komplikation der Grippe ist die Lungenentzündung durch das Influenza-Virus selbst oder durch zusätzliche bakterielle Erreger. Entzündungen des Mittelohrs oder des Herzmuskels sind mögliche Folgeerkrankungen. In seltenen Fällen kann die echte Grippe innerhalb kurzer Zeit zum Lungenversagen und sogar zum Tod führen. In Deutschland sterben jährlich bis zu 20.000 Menschen durch die Virusgrippe. 

Durch die Grippe-Impfung kann zwar eine Ansteckung mit Influenza-Viren nicht vollständig vermieden werden. Aber wer geimpft ist, durchlebt nachweislich einen deutlich milderen Verlauf der Krankheit.

Da der Grippe-Impfstoff jährlich an die erwarteten Stämme des Influenza-Virus angepasst wird, sollte die Grippeschutzimpfung jährlich wiederholt werden. Die Ständige Impfkommission STIKO des Robert Koch Instituts empfiehlt, sich bereits im Oktober oder November gegen Grippe impfen zu lassen, noch bevor die Grippewelle beginnt. Aber auch nach Beginn oder im Verlauf der Influenzawelle, kann eine Impfung noch sinnvoll sein.

Bis der Impfschutz gegen die Grippe vollständig aufgebaut ist, dauert es etwa zehn bis 14 Tage.

Mehr zum Krankheitsverlauf, Diagnose und Therapie der echten Grippe erfahren Sie im Krankheitskapitel "Grippe".

Wer sollte sich gegen Grippe impfen lassen?

Die Grippe-Impfung ist laut Robert Koch-Institut (RKI) für chronisch Kranke aller Altersstufen empfohlen, ebenso für

  • Schwangere,
  • Menschen über 60 Jahre und
  • Medizinpersonal.

Für Kinder mit Grunderkrankungen ist die Grippeschutzimpfung besonders wichtig: Bei bestimmten Vorerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes mellitus können deutlich schwerere Erkrankungsverläufe auftreten. Infektionen klingen bei Diabetikern nur langsam ab und Rückfälle treten häufiger auf als bei Nicht-Diabetikern. Außerdem ist das Risiko für eine Lungenentzündung bei einer Grippe erhöht, wenn Betroffene zusätzlich an Diabetes erkrankt sind.

Bei stark übergewichtigen Menschen hinterlässt eine Grippeimpfung nur eine verkürzte Antikörperantwort. Im Fall einer Infektion kann die Erkrankung daher oft einen schwereren Verlauf als bei normalgewichtigen Menschen nehmen. Auch Schwangere und Frauen nach einer Geburt sind besonders von schweren Infektionsverläufen bedroht, die Mutter und Kind gefährden.

Der Grippe-Impfstoff

Beim Grippe-Impfstoff für Erwachsene handelt es sich um einen Totimpfstoff. Die Impfstoff-Zusammensetzung wird jährlich geändert und von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an die aktuell zirkulierenden Grippe-Viren angepasst. Der Grippe-Impfstoff enthält somit immer Antigene (Bestandteile) von weltweit zirkulierenden Varianten des Influenza-Virus. 

GUT ZU WISSEN

Da sich das Influenza-Virus ständig ändert, muss die Impfung jedes Jahr – am besten im Herbst zu Beginn der Grippesaison – wiederholt werden.

Ab der Impfsaison 2018/2019 muss in Deutschland verbindlich ein Vierfachimpfstoff für die Grippeschutzimpfung eingesetzt werden. Dieser sogenannte quadrivalente Impfstoff enthält Antigene von zwei Subtypen des Influenza-Virus Typ A und von zwei vom Typ B.
Mehr zu den verschiedenen Typen des Grippe-Virus erfahren Sie im Kapitel „Grippe - Influenza“.

Wer eine Hühnereiweißallergie hat und sich gegen Grippe impfen lassen will, muss vorsichtig sein – aufgrund der Herstellung kann der Grippe-Impfstoff Spuren von Hühnereiweiß enthalten. Für Hühnereiweiß-Allergiker ab 18 Jahren gibt es daher einen verträglichen Impfstoff auf Zellkulturbasis.

Für Kinder zwischen zwei und 17 Jahren steht auch ein quadrivalenter Lebendimpfstoff zur Verfügung, der als Nasenspray eingenommen werden kann. Auch die Zusammensetzung dieses Impfstoffs richtet sich nach den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation WHO. Besondere Vorsicht ist jedoch bei Kindern mit Immunschwäche geboten. In diesem Fall darf der Lebendimpfstoff nicht eingesetzt werden.

Grippe-Impfung: Nebenwirkungen und Risiken

Die Grippeschutzimpfung ist in der Regel gut verträglich. Geimpft wird in den Oberarmmuskel. Manchmal treten, wie bei anderen Impfungen auch, in den ersten Tagen nach der Injektion lokale Rötungen, Schwellungen oder auch leichte Allgemeinreaktionen wie erhöhte Temperatur, Müdigkeit, Schwitzen oder Gliederschmerzen auf.  Diese sogenannten Impfreaktionen entstehen, da sich das Immunsystem nach der Impfung mit dem Impfstoff auseinandersetzt.

Da es sich bei dem Totimpfstoff um nicht-vermehrungsfähige Virusbestandteile handelt, kann man durch die Impfung keine Grippe bekommen.

Kinder und Jugendliche, die an einer Immunschwäche oder an schwerem Asthma erkrankt sind oder eine Salicylat-Therapie erhalten, sollen laut STIKO mit dem Influenza-Totimpfstoff geimpft werden.

Wie bereits oben beschreiben, sollten Menschen mit einer Hühnereiweißallergie vor der Impfung mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin Rücksprache halten, da der normale Grippe-Impfstoff aufgrund der Herstellung Spuren von Hühnereiweiß enthalten kann.

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Informationen zum Inhalt

Quellen:

Wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Susanne Herold, Universitätsklinikum Gießen und Marburg

Letzte Aktualisierung:

29.10.2018

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