Wo und in welchen Konzentrationen kommt Radon vor?

Die mittlere Radonkonzentration in Wohnungen liegt in Westdeutschland (im Studiengebiet West der deutschen Radon-Studie) bei 50 Bq pro Kubikmeter Luft, in Ostdeutschland (im Studiengebiet Ost der Radon-Studie) bei 75 Bq. Rund sieben Prozent der Aufenthaltsräume weisen Werte über 100 Bq/m³ auf.

Die Radon-Konzentrationen im Erzgebirge und in Teilen des Bayerischen Waldes, sowie in Teilen des Saarlands liegen höher als in vielen anderen Gebieten Deutschlands. In diesen Gebieten sind auch die Radon-Konzentrationen in der Bodenluft erhöht. Das liegt an der unterschiedlichen geologischen Beschaffenheit und dem unterschiedlichen Uran-Gehalt des Bodens.

In den einzelnen Wohnungen kann ein großer Schwankungsbereich vorliegen, der von wenigen bis zu einigen Tausend Becquerel pro Kubikmeter Luft reicht. Das liegt darin begründet, dass nicht nur der Untergrund, sondern weitere Faktoren Einfluss auf die Radon-Konzentration im Haus nehmen.

Zustand des Gebäudes

Sehr entscheidend ist, wie gut ein Gebäude im erdberührten Bereich gegenüber Radon abgedichtet ist. Eindringmöglichkeiten gibt es beispielsweise über Spalten und Risse im Fundament und Mauerwerk, ebenso entlang von Kabel- und Rohrdurchführungen.

Lüftung

Ob sich Radon anreichern kann, wird auch dadurch bestimmt, ob genügend gelüftet wird. So eignet sich regelmäßiges Lüften, um die Radon-Konzentrationen etwas zu senken. Ein Problem: Im Zuge von Energiesparmaßnahmen wurden viele Gebäude besser isoliert – aber dabei auch von der Außenluft abgeschirmt. Besonders im Winter, wenn weniger gelüftet wird, um die Heizenergie nicht zu verlieren, kommt es oft zu hohen Radon-Konzentrationen in Häusern.

Kamineffekt im Haus

Wenn warme Luft im Haus aufsteigt, entsteht im Keller ein kaum spürbarer Unterdruck. Dieser hat eine Sogwirkung zur Folge: Kalte, radonhaltige Luft aus dem Untergrund wird in das Gebäude gesaugt. In der kalten Jahreszeit nimmt diese Sogwirkung im Keller zu, wenn das Haus beheizt wird und der Temperaturunterschied zwischen den Innen- und Außenwänden des Kellers größer wird. Über Treppen, Aufzüge oder Kaminschächte erreicht Radongas dann auch die höher liegenden Etagen. Die Konzentrationen sind in den höheren Geschossen aber niedriger als im Erdgeschoss oder im Keller. Im Winter treten demnach höhere Radonkonzentrationen auf als im Sommer, so dass Radon oft nur in der Heizperiode nachgewiesen werden kann.

Aufgrund dieser Einflussfaktoren sind die Radon-Konzentrationen von Haus zu Haus und von Wohnung zu Wohnung verschieden. Der regionale Standort und der Zustand des Gebäudes geben einen Hinweis darauf, wo eine Messung sinnvoll sein könnte. Eine verlässliche Aussage über die tatsächliche Radonkonzentration erlaubt nur die Messung im Haus.

zum Seitenanfang
Druckversion

We use cookies to improve your experience on our Website. We need cookies to continually improve our services, enable certain features, and when we embed third-party services or content, such as the Vimeo video player or Twitter feeds. In such cases, information may also be transferred to third parties. By using our website, you agree to the use of cookies. We use different types of cookies. You can personalize your cookie settings here:

Show detail settings
Please find more information in our privacy statement.

There you may also change your settings later.