Befragung zum Rauchen

Mehrheit der Deutschen für bessere Hilfe beim Rauchstopp

16. Sep 2019

Aktuelle Ergebnisse aus der „Deutschen Befragung zum Rauchverhalten“ (DEBRA Studie) zeigen, dass viele Menschen in Deutschland Maßnahmen gegen die Nikotinsucht befürworten. Die Mehrheit der Befragten wünscht sich eine Kostenübernahme für nachweislich wirksame Therapien. Bisher müssen Raucherinnen und Raucher die Kosten für diese Angebote meist selbst tragen.

Frau zerbricht Zigarette

Viele Deutsche befürworten Maßnahmen gegen die Nikotinsucht. © Knut Wiarda - Fotolia.de

Die DEBRA-Studie ist eine der umfangreichsten Untersuchungen rund um das Thema Rauchen in Deutschland. Von insgesamt 2.080 Befragten sprachen sich 50 bis 68 Prozent für verschiedene standardisierte Behandlungsangebote aus, die Menschen beim Rauchstopp unterstützen. Damit ist die allgemeine Akzeptanz für solche Angebote in der deutschen Bevölkerung hoch. Mehr als jeder Zweite unterstützt zudem den Vorschlag, dass alle Raucherinnen und Raucher wirksame Therapien zur Tabakentwöhnung und die Betreuung durch geschultes Gesundheitspersonal kostenlos erhalten. Diese Einstellung haben sowohl Raucher als auch Nicht- und Ex-Raucher. 

Raucherentwöhnung in Deutschland

Noch immer raucht in Deutschland etwa eine von drei Personen Tabak (28 Prozent) – ein relativ hoher Wert, im Vergleich zu anderen Ländern wie Großbritannien (17 Prozent), den Niederlanden (19 Prozent) oder Schweden (7 Prozent). Gleichzeitig ist das Tabak-Rauchen in Deutschland mit Abstand der wichtigste gesundheitliche Risikofaktor. Erst im Juli wies die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem Welt-Tabak-Bericht drauf hin, dass es in Deutschland Nachholbedarf bei der Tabakentwöhnung gäbe.

Anhaltende Raucherentwöhnung gelingt nur dann optimal, wenn nachweislich wirksame Methoden eingesetzt werden, wie Nikotinersatz oder ärztliche Beratung. Momentan erhalten in Deutschland jedoch nur vier Prozent der Raucherinnen und Raucher eine ärztliche Kurzberatung zur Tabakentwöhnung und ein Therapieangebot. Grund hierfür ist auch, dass die medikamentöse Unterstützung beim Rauchstopp bisher gesetzlich von der Erstattung ausgenommen ist. Laut Gesetz zählen diese Medikamente zu den ausgeschlossenen Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln, bei deren Anwendung nur die Erhöhung der Lebensqualität im Vordergrund stehe. So versuchen über 80 Prozent der rauchenden Deutschen immer noch auf eigene Faust, allein oder mit Hilfe nachweislich wirksamer Behandlungen aufzuhören – und das häufig vergeblich.

„Kosten für Raucherentwöhnung sollten übernommen werden“

Nach Ansicht der Studien-Autoren zeigen die Daten der DEBRA-Studie, dass die gesetzlichen Vorgaben aus suchtmedizinischer Sicht unbedingt abgeschafft werden sollten. Mangelnde Akzeptanz gegenüber Behandlungsangeboten - auch unter Raucherinnen und Rauchern - stelle ihrer Meinung nach kein Hindernis für den Einsatz bewiesen wirksamer Maßnahmen zur Tabakentwöhnung dar. Mit Hilfe standardisierter Behandlungsangebote könnte Deutschland den gesundheitlichen Risikofaktor Tabakrauchen mit all seinen Folgekosten effektiver verringern, betonen sie. Andere europäische Länder hätten dies bereits geschafft.

Quellen:

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf: Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland für bessere Unterstützung bei der Tabakentwöhnung. Pressemeldung vom 28.8.2019

Kastaun, S. et al.: Public attitudes towards healthcare policies promoting tobacco cessation in Germany: results from the representative German study on tobacco use (DEBRA study). In: BMJ Open, online publiziert am 27.8.2019 doi: 10.1136/bmjopen-2018-026245 


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