Die Gene sind der stärkste Einflussfaktor

16. Apr 2012

Der Kinder- und Jugendsurvey KiGGS hat erstmals Einflussfaktoren für Asthma in ganz Deutschland untersucht - und wurde fündig. Als Hauptrisikofaktor wurde die genetische Veranlagung und eine allergische Vorerkrankung des Kindes selbst identifiziert.

DNA-Doppelhelix

Quelle: Falko_Matte/Fotolia

Bislang wurden Einflussfaktoren auf Asthma bronchiale nur regional begrenzt und für Teile der Bevölkerung genauer betrachtet. Bundesweit lagen jedoch noch keine Daten vor. Im Rahmen von KiGGS (Kinder- und Jugendgesundheitssurvey) erfassten Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts nun von 2003-2006 die Daten von mehr als 17.600 Kindern und Jugendlichen im Alter 0 bis 17 Jahren aus ausgewählten Städten des gesamten Bundesgebiets. Die Forscher untersuchten die Kinder, führten mit den Eltern ein Interview und werteten Fragebögen aus.

Folgende Einflussgrößen konnten die Forscher identifizieren: Den stärksten Einfluss auf das Asthmarisiko haben eine familiäre Vorbelastung des Kindes, also allergische Erkrankungen bei den Eltern, sowie allergische Vorerkrankungen des Kindes selbst, wie etwa Heuschnupfen oder Neurodermitis.

Jungen sind bis zum Alter von 13 Jahren häufiger betroffen als Mädchen, dann kehrt sich das Verhältnis um. Aber auch Umweltfaktoren spielen eine Rolle. So erhöhen Schimmel in der Wohnung und Lebensstilfaktoren, die zu Übergewicht führen das Asthmarisiko, wohingegen das Leben in einer ländlichen oder kleinstädtischen Umgebung das Asthmarisiko senkt.

Die Forscher weisen darauf hin, dass mit dieser Querschnittstudie eine Aussage zur Kausalität der Zusammenhänge nicht möglich ist, hierzu sind weitere Längsschnittstudien erforderlich.

Quelle:
Laußmann, D. et al.: Einflussfaktoren für Asthma bronchiale bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. In: Bundesgesundheitsblatt-Gesundheitsforschung-Gesundheitsschutz, 2012, 55 (3): 308-317, doi: 10.1007/s00103-011-1430-y

 


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