Pyrazinamid - Wirkmechanismus entschlüsselt

09. Mar 2012

Forscher aus USA und China haben den Wirkmechanismus von Pyrazinamid entschlüsselt. Pyrazinamid wird seit vielen Jahren gegen Tuberkulose eingesetzt. Wie das Medikament im Detail wirkt, war aber bislang unklar. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht.

Tuberkulose-Erreger (MPI Infektionsbiologie/Brinkmann)

Tuberkulose-Erreger (Quelle: MPI Infektionsbiologie/Brinkmann)

Pyrazinamid hat die Therapie von Tuberkulose bereichert: Es hat die Behandlungszeit von zuvor neun bis zwölf Monaten auf wenige Monate verkürzt. Es wirkt spezifisch auf den TBC-Erreger, das Mycobacterium tuberculosis und eignet sich in Kombination mit Rifampicin speziell zur Behandlung der latenten Tuberkulose. Denn Pyrazinamid greift das Bakterium nur während seiner Ruhephase an, das heißt, solange das Immunsystem die Oberhand behält.

Doch wie wirkt das Medikament überhaupt? Wo greift es an? Das fanden die Forscher der John Hopkins Bloomberg School of Public Health gemeinsam mit zwei Kooperationsgruppen heraus. Pyrazinamid bindet sich im Tuberkulose-Bakterium an ein Protein, welches dort eigentlich für die Entsorgung fehlerhafter Proteine zuständig ist. Diese Aufgabe kann es nun nicht mehr ausüben, wodurch das Bakterium langfristig zugrundegeht.

Leider hat Pyrazinamid einen Nachteil: Es ist anfällig für Resistenzen. Die Erkenntnisse könnten dazu beitragen, neue Wirkstoffe zu entwickeln, die bei Resistenzen zum Einsatz kommen.

Quelle:
Wang, H. et al.: Pyrazinamide Inhibits Trans-Translation in Mycobacterium tuberculosis. In: Science, 201, 333 (6049): 1630-1632

 


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