Lungenforschung auf 6.000 Metern

19. Nov 2012

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Gießen und Marburg errichten ein Höhenforschungslabor am Mount Everest. Die auf 6.000 Metern Höhe liegende Station wird gemeinsam mit der Universität Lhasa in Tibet betrieben.

© Marta/Fotolia

Mitte September wurde in Peking der Vertrag für die Kooperation unterzeichnet, auf den Ardeschir Ghofrani und Friedrich Grimminger vom Universitätsklinikum Gießen und Marburg lange hingewirkt haben.

Die Initiative für das Projekt entstand 2003 beim „Gießener Everest Experiment“. Damals hatten die Gießener Mediziner eine Expedition zum Mount Everest begleitet, um neue Medikamente gegen Lungenhochdruck zu testen. Bergsteiger sind dazu ideale Studienteilnehmer, da sich bei ihnen in großen Höhen zwangsläufig eine arterielle Form des Lungenhochdrucks entwickelt. Es folgten weitere höhenmedizinische Einzelexpeditionen nach Kirgisien, Nepal, Indien und Chile, die maßgeblich zur Entwicklung neuer Wirkstoffe zur Behandlung des Lungenhochdrucks beigetragen haben.
Jetzt bekommen die Wissenschaftler ein festes Dach über den Kopf. Das auf der tibetischen Seite des Mount Everest liegende permanente Höhenforschungslabor wird von der Regierung der autonomen Region Tibet und der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. An der Station in 6.000 Metern Höhe sind auch Forscher des Deutschen Zentrums für Lungenforschung, des Imperial College in London und der Universität Zürich beteiligt. Im Oktober haben die ersten Teams bereits mit der Logistik und der Aufbauarbeit vor Ort begonnen.

Quelle:
Justus-Liebig-Universität Gießen: Kooperationsabkommen zum Höhenforschungslabor am Mount Everest in Peking unterzeichnet. - Pressemitteilung vom 17. Sept. 2012

 


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