Nichtkleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC)

Rauchstopp auch nach Lungenkrebs-Diagnose noch sinnvoll

23. Aug 2021

Lohnt es sich auch noch nach der Diagnose von Lungenkrebs mit dem Rauchen aufzuhören? Dies untersuchten Forschende in einer Studie zu Nichtkleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) im Frühstadium, die in der Fachzeitschrift „Annals of Internal Medicine“ veröffentlicht wurde.

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Lungenkrebs ist weltweit die häufigste Krebstodesursache und etwa die Hälfte der Patient:innen mit Lungenkrebs sind zum Zeitpunkt der Diagnose aktive Raucher:innen. Sollte sich eine Tabakentwöhnung nach der Lungenkrebs-Diagnose positiv auf das Fortschreiten der Krankheit und die Sterblichkeit auswirken, könnte dies eine wichtige Maßnahme für viele Patient:innen sein.

517 Menschen, bei denen Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC) im Frühstadium (Stadium IA bis IIIA) diagnostiziert wurde und die zum Zeitpunkt der Diagnose rauchten, wurden für die Studie rekrutiert und im Schnitt sieben Jahre nachbeobachtet. Für die jährliche Nachbeobachtung erfassten die Forschenden die Gesundheitsdaten, unter anderem zum Krankheitsfortschritt anhand der Krankenakte und befragten die Teilnehmenden zu ihren Rauchgewohnheiten. Rund 57 Prozent der Patient:innen gaben an, auch nach der Diagnose weiter zu rauchen.

Rauchstopp senkt Risiko für die Gesamtsterblichkeit und den Krankheitsfortschritt

Während der Nachbeobachtungszeit verstarben 327 Studienteilnehmer:innen, 273 der Todesfälle waren krebsspezifisch. In 172 Fällen schritt das Bronchialkarzinom voran (Tumorprogression). Beim Vergleich der rauchenden und nicht-rauchenden Personen zeigte sich, dass die durchschnittliche Gesamtüberlebenszeit bei Patient:innen, die mit dem Rauchen aufgehört hatten, um 21,6 Monate höher war, als bei denen, die weiter rauchten. Insgesamt war ein Rauchstopp nach der Lungenkrebs-Diagnose mit einem niedrigeren Risiko für die Gesamtsterblichkeit und auch die krebspezifische Sterblichkeit verbunden. Das Risiko für ein Voranschreiten des Tumors war durch die Tabakentwöhnung ebenfalls geringer. In welchem Stadium zwischen IA und IIIA sich der Krebs befand, oder ob die Patient:innen viel oder eher weniger geraucht hatten, beeinflusste diese Effekte nur gering.

Als Einschränkung der Studie sehen die Autor:innen vor allem, dass die Angaben zum Rauchstopp auf Antworten der Teilnehmenden beruhen. Dennoch würden die Ergebnisse zeigen, dass eine Tabakentwöhnung nach der Diagnose das Gesamtüberleben und das progressionsfreie Überleben bei Lungenkrebs im Frühstadium erheblich verbessern kann. Dieses Wissen sei gerade im Hinblick auf die große Gruppe der Patient:innen wichtig, die auch nach der Lungenkrebs-Diagnose weiter rauchen.

Quellen:

  • Sheikh, M. et al.: Postdiagnosis Smoking Cessation and Reduced Risk for Lung Cancer Progression and Mortality. In: Annals of Internal Medicine, 27. Juli 2021
  • ÄrzteZeitung: Rauchstopp nach NSCLC-Diagnose senkt Mortalität. Meldung vom 16.08.2021

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