Asthma bronchiale

Mehr Asthmaanfälle durch Passivrauch aus E-Zigaretten

29. Jul 2019

Verursacht der Passivrauch aus E-Zigaretten und Verdampfern Asthmaanfälle bei Kindern und Jugendlichen? Dieser Frage sind amerikanische Forschende aktuell in einer Studie nachgegangen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift „Chest“.

Mann raucht eine E-Zigarette.

Fördert der Passivrauch aus E-Zigaretten Asthmaanfälle? © vchalup Fotolia.com

Die Daten für die aktuelle Analyse stammen aus einer Studie aus Florida, die regelmäßig unter etwa 70.000 Schülerinnen und Schülern zwischen 11 und 17 Jahren durchgeführt wird. 2016 gaben 11.830 von ihnen an, dass sie an Asthma bronchiale erkrankt seien. Rund ein Drittel von ihnen war dem Passivrauch elektronischer Nikotinprodukte ausgesetzt. Die Frage, ob sie in den vergangenen zwölf Monaten einen Asthmaanfall erlitten hatten, beantwortete etwa jeder/r Fünfte mit „Ja“.

Der Blick auf die Zahl der Asthmaanfälle ergab, dass bei Kindern und Jugendlichen, die dem Passivrauch von E-Zigaretten und ähnlichen Geräten ausgesetzt waren, häufiger akute Verschlimmerungen des Asthmas auftraten als in der Vergleichsgruppe. Dieses Ergebnis war unabhängig von verschiedenen Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, Wohnort (z.B. Großstadt oder Dorf) oder Ethnie.

Um diesen Zusammenhang zu bestätigen und auch um die Langzeitfolgen besser zu verstehen, seien weitere Untersuchungen nötig, betonen die Studien-Autoren. Ihrer Ansicht nach sollten Ärzte bis dahin ihre jungen Asthma-Patienten aber über die potentiellen Risiken der elektronischen Nikotinprodukte hinweisen, ob aktiv oder passiv. Denn viele Menschen halten diese Produkte noch immer für harmlos.

Bundesinstitut für Risikobewertung zu E-Zigaretten

Die Werbung verweist häufig darauf, dass Produkte wie E-Zigaretten weniger Schadstoffe enthalten würden als normale Zigaretten oder ähnliche Tabakerzeugnisse. Bisher gäbe es dazu jedoch kaum unabhängige Untersuchungen, betont das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer vorläufigen Einschätzung. Erste Studien des BfRs bestätigen zwar, dass Tabakerhitzer weniger schädliche Stoffe erzeugen, die Gesundheit könnte aber dennoch beeinträchtigt werden. Zudem ist der Nikotingehalt und damit auch das Suchtpotenzial vergleichbar hoch wie bei Zigaretten.

Kritisch sehen Experten auch die Tatsache, dass E-Zigaretten den Einstieg ins konventionelle Rauchen ebnen können, denn Geschmacksrichtungen wie Apfel, Erdbeere oder Vanille sprechen besonders jüngere Konsumenten an.

Quellen:

Bayly, J.E. et al.: Secondhand Exposure to Aerosols From Electronic Nicotine Delivery Systems and Asthma Exacerbations Among Youth With Asthma. In: Chest, 2019, 155 (1): 88-93 

Allergieinformationsdienst: Passivrauch von E-Zigaretten begünstigt Asthmaanfälle. Meldung vom 9. Juli 2019 

Bundesinstitut für Risikobewertung: Vorläufige Risikobewertung von Tobacco Heating-Systemen als Tabakprodukte. Mitteilung Nr. 015/2017 vom 27. Juli 2017 


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