Prävention

Lungenkrebszentren in Norddeutschland starten Vorsorgestudie

07. Jun 2021

Im Frühsommer 2021 startet das bisher größte deutsche Programm zur Früherkennung von Lungen- und Herzkreislauferkrankungen. Im Rahmen des HANSE Lungen-Checks laden drei Lungenkrebszentren in Norddeutschland Frauen und Männer, die als Raucher:innen und Ex-Raucher:innen ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs aufweisen, zum kostenlosen Lungencheck ein.

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Im Gegensatz zu Brust- oder Darmkrebs gibt es für Lungenkrebs bislang kein nationales Krebsvorsorgeprogramm in Deutschland. Studien zeigen aber, dass ein Lungenkrebsscreening mittels Niedrigdosis-Computertomographie (CT) bei ehemaligen und aktiven, starken Raucher:innen die Lungenkrebs-Sterblichkeit senken kann, da die Erkrankung durch die Untersuchung früher erkannt wird. Dieses moderne Bildgebungsverfahren setzt eine besonders niedrige Strahlendosis ein, die etwa nur ein Zehntel der durchschnittlichen jährlichen natürlichen Strahlung in Deutschland beträgt.

Der HANSE Lungen-Check soll als Pilotstudie den Nachweis erbringen, ob ein ganzheitliches und effektives Lungenkrebs-Früherkennungsprogramm in Deutschland durchgeführt werden kann. Ein breites wissenschaftliches Begleitprogramm soll außerdem zeigen, wie die Effektivität der Früherkennung für Lungenkrebs und andere chronische Erkrankungen noch weiter verbessert werden kann. Bis zu 5.000 Teilnehmer:innen erhalten im Rahmen des Programms eine kostenlose CT-Untersuchung.

Wer kann teilnehmen?

Insgesamt werden für das HANSE-Vorsorgeprogramm etwa 350.000 Personen im Alter von 55 bis 79 Jahren im Großraum der Städte Hannover, Hamburg und Lübeck angeschrieben oder durch niedergelassene Hausärzt:innen und Fachärzt:innen angesprochen. Raucher:nnen/ Ex-Raucher:nnen können sich aber auch direkt online unter www.Hanse-Lungencheck.de anmelden.

Zunächst erhalten die Teilnahmewilligen eine persönliche Risikobewertung um herauszufinden, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sie in den nächsten Jahren an Lungenkrebs erkranken. Teilnehmende mit erhöhtem Risiko werden dann zur CT-Untersuchung eingeladen. Auch mögliche weitere Lungen- oder Herzerkrankungen werden anhand von spezifischen Veränderungen in der Computertomographie untersucht. Und auch Merkmale wie Veränderungen im Blut oder der Atemluft sollen für die Lungenkrebsfrüherkennung genutzt werden.

Alle Untersuchungsergebnisse werden mit modernster Technik von einem interdisziplinären Team aus erfahrenen Lungenfachärzt:innen und Radiolog:innen ausgewertet und an die Teilnehmenden sowie die jeweiligen Hausärzt:innen übermittelt.

Finanziert wird die Studie vom Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL) mit Unterstützung eines Pharmaunternehmens.

Mehr Informationen zur HANSE-Studie: https://www.hanse-lungencheck.de/

Quelle:

  • Hansestudie: Lungenkrebszentren in Norddeutschland bringen den HANSE Lungen-Check auf den Weg. Pressemeldung vom 26.05.2021

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