Deutsches Mukoviszidose-Register

Lebenserwartung bei Mukoviszidose steigt kontinuierlich

20. Dec 2021

Ein heute in Deutschland neugeborenes Kind mit Mukoviszidose hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 55 Jahren, das zeigt ein Bericht des Deutschen Mukoviszidose-Registers. Damit stieg die durchschnittliche Lebenserwartung im Vergleich zum Vorjahr um zwei Jahre.

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Bemerkenswert sei dabei, dass der Anstieg der Lebenserwartung den Einfluss der neuesten zugelassenen Mukoviszidose-Therapien noch gar nicht abbildet, da für die Berechnung im aktuellen Bericht nur Daten für den Zeitraum von 2015 bis 2019 ausgewertet wurden, betont der medizinische Leiter des Deutschen Mukoviszidose-Registers. Er geht daher davon aus, dass der nächstjährige Bericht eine größere positive Entwicklung der Lebenserwartung zeigen wird. Denn dann werden die ersten Effekte des Dreifachmedikaments Kaftrio in die Auswertung einbezogen.

Besonders deutlich zeigt sich die steigende Lebenserwartung in der Gruppe der Menschen mit Mukoviszidose (cystische Fibrose) ab 35 Jahren. Für lange Zeit verstarben die meisten Menschen mit CF zwischen 30 und 35. Inzwischen gibt es jedoch immer mehr 35-jährige die mit Mukoviszidose leben. Nach den Daten des aktuellsten Berichts hat die Gruppe der 35-Jährigen mittlerweile eine mittlere Lebenserwartung von 69 Jahren - im Bericht von 2019 waren es noch 60 Jahre.

20-Jahres-Rückblick

Positive Trends zeigt der Bericht aus dem Mukoviszidose-Register auch für viele andere Parameter. Erstmalig in diesem Jahr auch in einer 20-Jahres-Übersicht.

Besonders in Bezug auf den Body Mass Index (BMI) zeigen sich positive Entwicklungen. Immer mehr Menschen mit Mukoviszidose sind eher normalgewichtig als untergewichtig. Zudem wird die Erkrankung immer früher diagnostiziert. 2000 lag das durchschnittliche Alter bei Diagnosestellung noch bei 1,34 Jahren, 2020 bei 0,08 Jahren. Grund hierfür ist sicherlich das 2016 in Deutschland eingeführte Neugeborenenscreening auf Mukoviszidose.

Der Rückblick zeigt auch, dass sich der chronische Befall mit Pseudomonas aeruginosa, mit dem viele Menschen mit Mukoviszidose zu kämpfen haben, in den letzten 20 Jahren deutlich verringert hat. Bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat sich die Häufigkeit des mikrobiologischen Keimnachweises von 2000 bis 2020 sogar mehr als halbiert.

Den aktuellen Berichtsband 2020 des Deutschen Mukoviszidose-Registers finden Sie hier

Quelle:


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