Coronavirus

Erste Patientenleitlinie zu Long- und Post-COVID veröffentlicht

14. Oct 2021

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP) hat zusammen mit anderen Fachgesellschaften und Betroffenen eine neue Patientenleitlinie „Long-/Post-COVID-Syndrom“ veröffentlicht. Die Leitlinie richtet sich speziell an Betroffene und Angehörige und gibt einen Überblick über aktuelle Symptome der Erkrankung und zeigt auf, was Erkrankte tun können, um mit den Beschwerden zurechtzukommen.

© A.Eckert;D. Higgins/Centers for Disease Control and Prevention

In Folge meiner Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 leide ich unter Denk- und Konzentrationsstörungen. Wird sich das wieder bessern? Was kann ich gegen Fatigue (Erschöpfung) unternehmen? Seit meiner COVID-19-Erkrankung habe ich häufig Kopfschmerzen. Woher kommt das? Was kann ich gegen die Riechstörungen tun? An wen wende ich mich jetzt? Diese und weitere Fragen von Erkrankten beantwortet die neue Patientenleitlinie, die sich auf die ärztliche S1-Leitlinie „Long-/Post-COVID“ stützt. An der Leitlinie waren nicht nur Ärztinnen und Ärzte, sondern auch Betroffene und Selbsthilfegruppen beteiligt. Das Ergebnis sei ein allgemeinverständlicher Überblick, der ganz explizit auf die Themen eingehe, die Long- beziehungsweise Post-COVID-Patientinnen und Patienten beschäftigen, so die Autorinnen und Autoren.

Meist verschwinden Symptome wieder vollständig

Anhaltende Symptome seien auch nach einem milden und moderaten COVID-19-Verlauf möglich, betonen die Experten. Sie geben gleichzeitig aber auch Entwarnung: Bei einem Großteil der Fälle verschwinden die Symptome im Verlauf einiger Wochen bis Monate wieder vollständig. Meist bleiben keine bleibenden Schäden.

Personen, die sich Sorgen über ihren Gesundheitszustand im Zusammenhang mit COVID-19 machen, sollten – unabhängig davon, ob sie positiv auf das Coronavirus getestet wurden oder nicht – ärztlichen Rat einholen, so ihre Empfehlung. Für Menschen, die an COVID-19 erkrankt waren, empfiehlt sich generell ein Nachsorgetermin.

Erste Anlaufstelle: Die Hausärztliche Praxis

Erster Kontaktadresse sollte immer die Hausarztpraxis sein. Bestenfalls die Praxis, in der die individuelle Krankengeschichte bereits bekannt ist. So wird vermieden, dass sich Betroffene bei unterschiedlichen Spezialisten vorstellen und, auf sich allein gestellt, von Termin zu Termin durchkämpfen müssen. In der Hausarztpraxis werden die Patientinnen und Patienten ausführlich untersucht und je nach Beschwerden, gezielt weitere Untersuchungen, beispielsweise erweiterte Lungenfunktionstests oder ein Elektrokardiogramm (EKG) veranlasst. Wenn Fachärztinnen oder -ärzte wie Pneumologen, Kardiologen oder Psychosomatiker aufgesucht oder Behandlungen in unterschiedlichen Ambulanzen, Physio- und Ergotherapie oder Rehamaßnahmen nötig sind, können die Hausarztpraxen dorthin überweisen.

Die vollständige Patientenleitlinie steht auf der AWMF Website zum Download bereit: https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/020-027.html 

Ein Informationsvideo der DGP, das die Patientenleitlinie aufgreift finden Sie hier: https://pneumologie.de/index.php?id=243 

Bei der Leitlinie handelt es sich um eine sogenannte Living Guideline – eine lebende Leitlinie, die basierend auf neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen laufend aktualisiert wird.

Quelle:

  • Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin: Wohin bei Long- und Post-COVID? Fachgesellschaften veröffentlichen erste Patientenleitlinie. Pressemitteilung vom 8.10.2021  


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