Kampf gegen Tabakkonsum

E-Zigaretten und Tabakerhitzer: Lungenärzt:innen fordern bessere Regulierung

12. Aug 2021

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) und die Deutsche Lungenstiftung e.V. (DLS) fordern gemeinsam, eine konsequente Regulierung neuer Nikotinprodukte wie E-Zigaretten und Tabakerhitzer.

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Tabakkonsum hat weitreichende Auswirkungen auf die Gesundheit und die Lebenserwartung. Allein im vergangenen Jahr gab es über acht Millionen Todesfälle weltweit durch tabakassoziierte Erkrankungen wie Lungenkrebs, COPD, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder Tuberkulose, betonen die beiden Fachgesellschaften in ihrer Meldung.

Der kürzlich erschienene Report der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur globalen Tabakepidemie 2021 zeigt zwar, dass es in vielen Ländern erhebliche Fortschritte beim Kampf gegen den Tabakkonsum gibt. Allerdings sieht die WHO diese Fortschritte durch die Einführung neuer Nikotin- und Tabakerzeugnisse – wie die E-Zigarette oder Tabakerhitzer – gefährdet. Denn solche Produkte werden in vielen Ländern bislang nicht wirksam reguliert.

Schädliche Inhaltsstoffe und Wegbereiter zur herkömmlichen Zigarette

Oft werden E-Zigaretten und Tabakerhitzer als gesündere Alternative zum Tabakrauchen bezeichnet. Es gäbe aber immer mehr Belege für gesundheitsschädliche Auswirkungen der elektronischen Nikotinabgabesysteme, so die deutschen Lungenexpert:innen. Wie beim Rauchen werden Giftstoffe in die Lunge und das Blut aufgenommen. Die elektronischen Verdampfer können atemwegsreizende Substanzen wie Propylenglykol, krebserregende Substanzen wie Formaldehyd und teilweise gesundheitsschädigende Metalle wie Blei, Chrom und Nikotin enthalten. Heranwachsende, die E-Zigaretten rauchen, greifen zudem mit höherer Wahrscheinlichkeit schließlich auch zu herkömmlichen Zigaretten. Auch das immer wieder angeführte Argument, E-Zigaretten könnten beim Rauchstopp helfen, sieht die WHO auf Grundlage der bisher verfügbaren Bevölkerungsstudien nicht bestätigt.

„Medikamentöse Tabakentwöhnung sollte von Krankenkassen bezahlt werden“

Um dem Tabakkonsum bei künftigen Generationen vorzubeugen, fordern Fachgesellschaft und Stiftung daher, dass der Nichtraucher:innenschutz konsequent an die Vorgaben der WHO angepasst wird. Dazu gehöre nicht nur ein vollständiges Werbeverbot für tabakhaltige Produkte, sondern auch ein einheitliches Rauchverbot in Gaststätten und im öffentlichen Raum sowie höhere Tabaksteuern. Die Expert:innen appellieren zudem an die Politik, medikamentös begleitete Entwöhnungsprogramme stärker zu fördern und zu unterstützen. Denn diese seien wirksam, evidenzbasiert und leitliniengestützt. Entscheidend hierfür sei unter anderem eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen.

Quelle:

  • Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.: WHO-Report zur globalen Tabakepidemie 2021 - Neue Produkte wie E-Zigaretten und Tabakerhitzer könnten Fortschritte im Kampf gegen den Tabakkonsums gefährden: DGP fordert gesundheitspolitische Maßnahmen. Pressemeldung vom 05.08.2021

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