Asthma und Beruf

Desinfektionsmittel am Arbeitsplatz erhöhen Asthmarisiko schon früh

14. Nov 2019

Kommt man im Beruf mit Desinfektionsmitteln in Kontakt, könnte das bereits früh im Berufsleben das Asthmarisiko erhöhen. Darauf deuten Ergebnisse einer Studie hin, die im „Journal of Occupational and Environmental Medicine“ veröffentlicht wurde. Der Zusammenhang war zudem bereits nach dem ersten Jahr der Belastung sichtbar.

Frau putzt Spiegel.

Der berufliche Kontakt mit Desinfektionsmitteln könnte das Asthmarisiko schon nach relativ kurzer Zeit erhöhen. ©detailblick-foto - Fotolia.com

An der Studie nahmen 365 Personen im Alter zwischen 20 und 24 Jahren teil. Alle arbeiteten in Reinigungsbetrieben oder im Gesundheitswesen. Um mögliche berufsbedingte Allergierisiken zu identifizieren, beantworteten sie einen Fragebogen zu ihrer Atemwegsgesundheit, zur beruflichen Belastung mit Desinfektionsmitteln und zu möglichen anderen Risikofaktoren. Im Anschluss analysierten die Forschenden die Antworten hinsichtlich eines möglichen Zusammenhangs zwischen der Belastung im Beruf und der ärztlich bestätigten Diagnose von Asthma.

Es zeigte sich, dass das Asthmarisiko deutlich höher war, wenn die Personen länger als zwölf Monate beruflich mit Desinfektionsmitteln Kontakt hatten, verglichen mit der Gruppe, die nicht mit Desinfektionsmitteln arbeitete.  In Zahlen bedeutet dies: 15 von 194 Teilnehmenden, die den Desinfektionsmitteln nicht ausgesetzt waren, berichteten über ein ärztlich bestätigtes Asthma. In der Gruppe der Personen, die mehr als ein Jahr im Beruf Kontakt mit Desinfektionsmitteln hatte waren es 16 von 81.

Besteht eine Belastung mit Desinfektionsmitteln, könnte dies bereits früh im Berufsleben das Asthmarisiko erhöhen, schlussfolgern die Forschenden aus ihren Ergebnissen. Somit können bereits junge Menschen zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn betroffen sein, und das auch schon nach relativ kurzer Zeit der Belastung.

Asthma und Beruf

Ein beträchtlicher Anteil der allgemeinen Asthma-Fälle steht mit einer Schadstoffbelastung im Beruf in Verbindung. Aktuell sind etwa 400 verschiedene Substanzen und Stoffe bekannt, die das Asthmarisiko erhöhen können. An vorderster Stelle stehen Reinigungsprodukte. Sie enthalten häufig Inhaltsstoffe, die Reizungen und Sensibilisierungen auslösen können, wie etwa Desinfektionsmittel, Duftstoffe oder Bleichmittel. Zahlreiche Studien haben sich bereits mit dem Zusammenhang zwischen Asthma oder Wheezing (pfeifende Atmung) und der beruflichen Exposition mit diesen Substanzen im Umfeld von Reinigungsbetrieben oder im Gesundheitswesen beschäftigt. Im Gegensatz zur aktuellen Studie allerdings meist bei Beschäftigten mittleren Alters.

Quelle:

Weinmann,T. et al.: Association between occupational exposure to disinfectants and asthma in young adults working in cleaning or health services. In: Journal of Occupational and Environmental Medicine 2019, Vol. 61, 9:754-759.


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